Berlin : Auch Wolf kann sich ICC-Abriss vorstellen Wirtschaftssenator bestätigt

interne Überlegungen

Ulrich Zawatka-Gerlach

Wirtschaftssenator Harald Wolf (PDS) hat gestern bestätigt, dass es „ernsthafte Überlegungen“ gibt, das Internationale Congress Centrum (ICC) am Messedamm abzureißen und durch einen wirtschaftlicheren, modernen Neubau zu ersetzen. Als wichtigen Grund nannte er „das hohe Ausfallrisiko, das der Kongressbau in den nächsten zehn Jahren in sich birgt“. Eine Totalsanierung sei deshalb unausweichlich, sagte Wolf dem Tagesspiegel. „Und die könnte teurer werden als ein Neubau.“

In diesem Fall, sagte der Wirtschaftssenator, sei der Abriss des 1979 fertiggestellten ICC sinnvoll. Die Überlegungen seien aber noch nicht abgeschlossen. „Das muss genau durchkalkuliert werden.“ Schon deshalb, weil das ICC mit Asbest belastet ist, der zwar in gebundener Form verbaut wurde, einen Abriss aber verteuern würde. Wolf machte auch deutlich, dass das ICC so lange „am Netz bleiben“ müsse, bis ein neuer Kongressbau auf dem Messegelände funktionsfähig ist. Einen zeitweiligen Ausfall des Kongress- und Veranstaltungsgeschäfts könne sich Berlin nicht leisten.

SPD-Fraktionschef Michael Müller hatte am Donnerstag den Abriss des ICC angeregt. Das Gebäude sei nicht mehr zeitgemäß und eine Grundsanierung könnte zu teuer werden. Die „Vereinigte Linke“ in der SPD kritisierte den Vorstoß. Diese Art des Umgangs mit öffentlichen Einrichtungen habe in Berlin Tradition. Schon die Deutschlandhalle sei geschlossen worden, weil sie „den Betreibern des Velomax im Wege stand“. Die FDP forderte den Senat auf, über das Schicksal des ICC erst zu entscheiden, wenn klar sei, ob und welche Teile der Messegesellschaft privatisiert werden.

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