Berlin : Auf Berlin gebaut

Der Springer-Verlag hatte zum Neujahrsempfang geladen – und zur Eröffnung seiner neuen Passage

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Auch das ist Berlin. Man geht auf einen Neujahrsempfang, um ein halbes Stündchen Hände zu schütteln. Und kommt nach drei Stunden von einem Festakt zurück, trunken von den gehörten Liebeserklärungen an Berlin. Der traditionelle Neujahrsempfang des SpringerVerlages kam diesmal in ungewöhnlichem Gewand daher. Grund war die Eröffnung der Axel-Springer-Passage und der Ullstein-Halle in Kreuzberg.

„Ich glaube an Deutschland. An ein Deutschland mit der Hauptstadt Berlin. Aber ich glaube nicht nur an Deutschland, sondern ich will es eben auch. Und deshalb baue ich in Berlin.“ Diese Worte, die Axel Springer 1959 sprach, zogen sich wie ein roter Faden durch die Reden, die nur so sprühten vor Berlin-Optimismus. Sogar Helmut Kohl , der ansonsten in seinen offenbar sehr guten persönlichen Erinnerungen an den Verleger etwas gedämpft wirkte, sprach ungeniert von Berlin-Liebe und erzählte, wie wichtig François Mitterand die Hauptstadt eines EU-Landes weit ostwärts des Rheins fand. Der Springervorstandsvorsitzende Mathias Döpfner fragte: „Wo, wenn nicht hier, könnte das Klima eines weltoffenen, eigenverantwortlichen und ideenmutigen Deutschlands entstehen?“

Für den Bundespräsidenten Johannes Rau, der aus Termingründen kurzfristig abgesagt hatte, war der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit eingesprungen. Er klagte über das Defizit in der Wahrnehmung Berlins durch die übrige Republik: „Berlin prägt mehr als jede andere Stadt das Ansehen Deutschlands in der Welt.“ Nicht alle schafften es, das Programm bis zum Schluss durchzuhalten. Moderatorin Sandra Maischberger musste wegen ihrer Sendung vorzeitig weg, CDU-Chefin Angela Merkel, Alt-Minister Hans-Dietrich Genscher und CDU-Fraktionsvize Wolfgang Schäuble ließen sich mit Termindruck-Gesichtern ebenfalls vorzeitig hinaus geleiten. Alt-Bundespräsident Walter Scheel, Moderatorin Maybrit Illner, Ministerin Renate Künast und Abgeordnetenhaus-Präsident Walter Momper blieben immerhin bis zum Empfang in der Passage.

Berlinale-Chef Dieter Kosslick hatte sich zwar strategisch günstig in der Nähe des Eingangs postiert, blieb aber mit gewohnt andächtigem Gesichtsausdruck nicht nur bis zum Schluss-Segen für das neue Haus, den Ernst Cramer sprach. Anschließend vertiefte er sich auch noch in ein Gespräch mit Filmproduzentin Regina Ziegler , der er exklusiv verriet, dass Schauspieler Jack Nicholson zur Berlinale erwartet wird. Bi

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