Berlin : Auf dem Schulweg vergewaltigt

Drei Mädchen wurden in den vergangenen Wochen mit dem Messer bedroht und sexuell missbraucht

Jörn Hasselmann

Ein mit einem Messer bewaffneter Unbekannter hat in den vergangenen Wochen in den Bezirken Marzahn und Hellersdorf drei Mädchen im Alter von 8, 12 und 13 Jahren missbraucht. Alle Kinder wurden in dem Moment überfallen, als sie gerade die Tür ihres Hauses aufgeschlossen hatten. Der etwa 20 bis 30 Jahre alte Mann stürzte hinzu, bevor die Tür sich schloss, legte den Mädchen sein Messer um den Hals und zerrte sie in den Keller. Dort vergewaltigte er sie.

In allen drei Fällen kamen die Kinder von der Schule, der Unbekannte könnte sie auf dem Heimweg beobachtet und sich dort ein Opfer ausgesucht haben. Es gebe aber keinen konkreten Hinweis auf eine solche „Nachläufertat“, sagte der zuständige Inspektionsleiter Oliver Knecht. Es sei auch möglich, dass der Täter die Opfer vor einem der anonymen Großblöcke abgepasst hat. Die drei Taten fanden alle in weit auseinander liegenden Ecken von Marzahn und Hellersdorf statt. Die Mädchen mussten nach den Überfällen im Krankenhaus ambulant versorgt werden.

Der Moment, in dem die Mädchen die Tür aufschlossen, sei der entscheidende Moment der drei Taten, hieß es im LKA. „Wer seine Haustür aufgeschlossen hat und im Flur steht, fühlt sich sicher“, sagte eine Ermittlerin. „Das nützt der Mann bei seinen überfallartigen Angriffen aus.“ Alle Taten geschahen in Plattenbauten mit fünf bis elf Etagen. Das erste Mal missbrauchte der Täter Mitte November ein Mädchen, zuletzt in den vergangenen Tagen. Nähere Angaben zu den Tatorten machte die Polizei nicht – zum Schutz der Opfer und aus ermittlungstaktischen Gründen.

Gestern entschloss sich die Polizei, nach dem Täter öffentlich zu fahnden. Der Mann soll 20 bis 30 Jahre alt sein, und sehr kurze blonde Haare, einen so genannten Igelschnitt haben. Er soll etwa 1,80 Meter groß und sportlich sein. Er sprach akzentfrei Deutsch. Eine bessere Beschreibung haben die Ermittler nicht. Das Dilemma, dass Kinder schlecht Erwachsene beschreiben können, kennen die Beamten. Zudem standen die Mädchen unter Schock. Der Täter bevorzugt offensichtlich nicht einen bestimmten Mädchentyp, sagte eine Ermittlerin. „Wir wissen eigentlich gar nichts.“ DNA-Spuren des Täters werden derzeit mit der zentralen DNA-Kartei verglichen.

Die Kripo bat gestern alle Eltern um erhöhte Wachsamkeit. Den Kindern sollte vermittelt werden, dass sie immer in der Öffentlichkeit bleiben sollen, wenn sie sich verfolgt fühlen oder angesprochen werden – und nicht in Haustüren flüchten. Immer sollten Passanten um Beistand gebeten werden. Hinweise unter der Telefonnummer 699 327 063.

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