Berlin : Auf dem Weg nach Schönefeld Jenseits von Schönefeld Streit um kleine Flughäfen

Easyjet folgt anderen Billigfliegern

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Schönefeld. Der bisher von den meisten Passagieren und Fluggesellschaften gemiedene Flughafen Schönefeld entwickelt sich zu einem Zentrum für Billigfluglinien. Mit der britischen Gesellschaft Easyjet hat die Flughafengesellschaft jetzt eine der größten Gesellschaften im so genannten Low Cost-Bereich nach Schönefeld gelockt.

Flughafenchef Dieter Johannsen-Roth will Schönefeld zur Basis der Billiglinien machen. Damit wird nicht nur der Betrieb dort wirtschaftlicher, in Tegel gibt es auch mehr Platz für andere Gesellschaften. Johannsen-Roth ist es bereits gelungen, Germanwings, an der die Lufthansa beteiligt ist, von Tegel nach Schönefeld zu holen. Sie fliegt 35 Mal pro Woche nach Köln/Bonn und Stuttgart. Auch die Billiglinie Volare Web hat vor kurzem den Verkehr von und nach Schönefeld aufgenommen: Rom und Mailand sind im Programm. In dieser Woche kam auch die holländische V-Bird hinzu, die zum Flughafen Niederrhein startet, mit Anschlüssen zu weiteren Flughäfen in Europa. Auch der größte Billigflieger, die irische Ryanair, ist in Schönefeld vertreten. Die Flughafengesellschaft versucht seit längerem, Ryanair hier ganz heimisch zu machen – gegen die Konkurrenz von Neuhardenberg (siehe auch rechts). Die Billiglinien haben inzwischen einen Anteil von etwa einem Drittel am Berliner Flugverkehr. Besondere Konditionen werden ihnen nach Angaben der Flughafengesellschaft in Schönefeld nicht geboten.kt

Potsdam. Die Brandenburger PDS hat der Landesregierung „Wildwuchs“ bei der Flughäfen-Planung vorgeworfen. „Es gibt zu viele kleine Flughäfen im Land, die nach dem Gießkannenprinzip gefördert wurden“, sagte die PDS-Verkehrsexpertin Anita Tack am Dienstag. Tack verwies auf die Antwort der Landesregierung auf eine Große Anfrage zur Luftverkehrspolitik, der zufolge in Brandenburg seit 1990 ein Netz von 45 kleinen Flughäfen und Landeplätzen entstanden ist. Diese Entwicklung betrachtet auch die Berliner Landesregierung mit Sorge. So wendet sich der Senat scharf gegen Pläne des Billigfliegers Ryanair, sich auf dem Flughafen Neuhardenberg anzusiedeln. Aus der Antwort der Landesregierung geht allerdings hervor, dass Ryanair zwar Interesse an Neuhardenberg bekundet habe, auch eine so genannte „Planungsanzeige“ vorliege. Jedoch gebe es bisher keinen Antrag auf die nötige Genehmigung der Nutzung des Flugplatzes, der bislang für große Maschinen nicht zugelassen ist. Tack kritisierte, dass das Luftverkehrskonzept Brandenburgs aus dem Jahre 2000 veraltet sei und zuletzt 1999 mit Berlin abgestimmt wurde. Die heutige Vielzahl kleiner Landeplätze habe nicht die erhofften wirtschaftlichen Effekte gebracht. Tack führt dies auch darauf zurück, dass diese meist nicht nach wirtschaftlichem Bedarf entstanden sind, sondern weil dort zu DDR-Zeiten ein Militärflugplatz gewesen sei. thm

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