Berlin : Auf den Posten, fertig, los! Das Stühlerücken in der zweiten Senatsreihe beginnt

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Noch haben CDU und SPD nicht begonnen, die Strukturen ihrer nächsten Koalition abzuklären, da hat hinter den Kulissen das Pokern um Regierungsposten auf Staatssekretärsebene begonnen. Vor dem definitiven Neuzuschnitt der Ressorts und deren Aufteilung zwischen CDU und SPD sind alle der zahlreich kursierenden Planspiele natürlich rein theoretischer Natur. Hier ein Einblick in die aktuellen parteiinternen Spekulationen des gestrigen Tages.

In der Innenverwaltung steht Staatssekretär Kuno Böse (CDU) auf dem Sprung. Das frühere FDP-Mitglied mit dem Zuständigkeitsbereich Sicherheit und Ordnung war dem Vernehmen nach nicht allzu erfreut, als im letzten Jahr Eckart Werthebach und nicht er als Nachfolger von Jörg Schönbohm auf dem Senatorenstuhl Platz nahm. Über die konkreten Zukunftspläne des für sein rustikales Sprachverständnis bekannten Böse ist nichts bekannt. In der Finanzverwaltung stehen mit Frank Bielka (SPD) und Peter Kurth (CDU) zwei Staatssekretäre vor Veränderungen, ungeachtet, ob das Ressort in SPD-Hand bleibt oder nicht. Kurth darf durchaus mit ernsthaften Senatoren-Absichten in Verbindung gebracht werden. Sollten diese sich nicht erfüllen, scheint ein Wechsel in die Wirtschaft möglich. Bielka ist als nicht auf ein Ressort festgelegte "Allzweckwaffe" potenzieller Staatssekretär in einem neuen Superressort aus Bauen/Stadtentwicklung/Verkehr/Technologie, mit dem SPD-Parteichef Peter Strieder hartnäckig liebäugelt. Dort weiter mit dabei: Staatssekretär Hans Stimmann.

Ein weiteres Großressort aus Schule/Sport/Jugend/Familie/Frauen wäre ganz nach dem Geschmack des in Steglitz beheimateten SPD-Fraktionschefs Klaus Böger. Wird er Senator, bliebe Klaus Löhe auf seinem Staatssekretärsstuhl. Als zweiter Staatssekretär ging ihm dann Klaus Härtel, Stadtrat und stellvertretender Bürgermeister in Steglitz zur Hand. Verabschieden wird sich nach dem Stand der Dinge das CDU-Duo aus Bausenator Jürgen Klemann und dem ihn seit vielen Jahren begleitenden Staatssekretär Ulrich Arndt. Beide sollen sie seit einiger Zeit äußerst gelöst wirken, was als Indiz für eine harmonische berufliche Weichenstellung in stadtnahen Unternehmen gewertet wird. Noch keine konkreten Anhaltspunkte gibt es derweil über die Zukunft der beiden CDU-Wirtschaftsstaatssekretäre Detlef Orwat und Dieter Ernst. Orwat, aus dem Gesundheitswesen stammend, wird als potenzieller Krankenhausdirektor gehandelt. Ein etwaiges Werben von Ernst um einen Vorstandsposten scheint bislang nicht auf Gegenliebe zu stoßen.

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