• Auf der 18. "Ostpro" am Alex gibts nicht nur Leckereien aus den neuen Bundesländern, sondern auch viel Nostalgie

Berlin : Auf der 18. "Ostpro" am Alex gibts nicht nur Leckereien aus den neuen Bundesländern, sondern auch viel Nostalgie

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"Wunderbar! Von Jahr zu Jahr wird es besser!" schwärmt die Frau am Ausgang der Kongresshalle am Alexanderplatz. Sie hat ihre beiden Plastiktüten und eine Einkaufstasche fest im Griff: "Es lohnt sich!" Dürfen wir mal fragen, was sich so lohnt? "Halberstädter Würstchen, Kathi-Mehl, Kuko-Reis, Wurzener Erdnuss-Flips, Kosmetiksachen von Florena, echte Dresdner Christstollen und auch noch preiswerte original sächsische Schlackwurst".

Die "Ostpro"-Verkaufsmesse für Ostprodukte aus den neuen Bundesländern lockt auch in ihrer 18. Folge in Scharen Freunde und Konsumenten des ihnen Altbekannten und Bewährten zur Kongresshalle am Alexanderplatz. Die meisten Produkte der 98 Aussteller (Rekordbeteiligung!) sind dem Käufer vertraut, weil sie ihn ein Leben lang begleitet haben. Indes: Oft sucht er dieses und jenes in seiner Kaufhalle vergebens. Nicht jeder Produzent kann sich rühmen, dass seine Waren, so gut sie auch sein mögen, von den großen Handelsketten "gelistet" wurden. Die Konkurrenz aus der Gegend, die man "alte Bundesländer" nennt, ist reich und groß. Hier aber, in drangvoller Enge, zeigt das Vertraute konzentriert sein wahres Gesicht: Knäckebrot aus Burg gibt es mittlerweile in sieben Varianten. Kaffee der Sorten "Mona" und "Rondo" ist nun so instinktsicher verpackt, dass schon beim Anblick der kaffeebraunen Tüte Mokka-Düfte in die Nase ziehen. Und das berühmte hallische Kathi-Kuchenmehl hat viele Ableger bekommen, 40 Backmischungen zählt Dirk Naumann von der Geschäftsleitung auf und sagt: "Was Oetker im Westen ist, das sind wir im Osten". Der Umsatz von "drei bis vier Millionen" nach der Wende stieg inzwischen auf bis zu 25 Millionen, und der Seniorchef Rainer Thiele, der sich die Eigenständigkeit seines Betriebes bewahren konnte, erhielt für seine unternehmerischen Initiativen das Bundesverdienstkreuz: "Wir halten mit!".

Die Kongresshalle wirkt (bis Sonntag 10 bis 18 Uhr) wie ein kleines Warenhaus, die Kundschaft ist gehobeneren Alters, die Angebote sind preiswert (eine Tüte mit fünf Berggold-Schokoladenschachteln gibt es für zehn Mark, bei reißendem Absatz!) und beweisen, "dass es im Osten alles gibt", wie ein Besucher bemerkt, vom Blue-master-Käse aus Seelow bis zum Likör aus Bockau, Kerzen, Pyramiden, Wurst und Esda-Strumpfhosen dazu.

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