Berlin : Auf der Flucht einen Mann überfahren Prozess gegen 33-Jährigen wegen Mordversuchs

Der Fall begann mit einem kleinen Blechschaden an einem Opel und endete mit einer Anklage wegen Mordversuchs: Ali K. als Verursacher des Unfalls soll mit seinem Kleinwagen einen Mann überrollt haben. Er besaß keinen Führerschein. Aus Sicht der Ermittler wollte K. deshalb um jeden Preis fliehen. Vor dem Landgericht hüllte sich der 33-jährige Familienvater am Dienstag zunächst in Schweigen. Er werde sich an einem der nächsten Prozesstage äußern, sagte sein Verteidiger.

Vier Monate liegt der Vorfall zurück. Ali K. soll an jenem Dezembertag gegen 13 Uhr mit einem Renault Twingo durch Neukölln gefahren sein. Auf der Neuköllner Straße habe er einen Opel Astra, der im Bereich einer Mittelinsel hielt, zu spät gesehen. Bei der Kollision wurde die linke Heckseite des Opels beschädigt. K. und die Opel-Fahrerin einigten sich den Ermittlungen zufolge auf eine schnelle Klärung der Sache. Man fuhr zu einer Kfz-Werkstatt in Rudow. Dort habe der Renault-Fahrer weder Ausweis noch Führerschein vorgelegt. Als die Frau doch die Polizei alarmieren wollte, stieg er laut Anklage ins Auto und gab Gas.

Der Leiter der Werkstatt wollte das Tor schließen und so die Flucht verhindern, als der Renault im Rückwärtsgang auf ihn zukam. Der Automonteur fiel auf das Heck, rutschte vom Wagen. Ali K. sei „einen Meter vorwärts“ gefahren, habe dann aber erneut den Rückwärtsgang eingelegt. „Er fuhr mit dem Wissen, dass der Zeuge S. in seiner Fahrtrichtung auf dem Boden lag“, hieß es in der Anklage. Das Opfer wurde einige Meter mitgeschleift. Ali K. habe stoppen müssen, weil sich der Körper unter dem Fahrzeug fast in Höhe der Vorderachse befand. Der Werkstattleiter erlitt lebensgefährliche Kopfverletzungen. Der türkischstämmige Angeklagte befindet sich seitdem in Untersuchungshaft. Er arbeitete zuletzt als Kassierer und war zuvor noch nie als Gewalttäter aufgefallen. Die Verhandlung wird in einer Woche fortgesetzt. K.G.

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