Berlin : Auf der Suche nach dem korrekten Graffitischutz Holocaust-Mahnmal:

Heute beraten die Fachleute

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Wie weiter mit dem HolocaustMahnmal? Eine Woche, nachdem die Produktion der Betonstelen für das Mahnmal vorübergehend eingestellt wurde, soll am heutigen Dienstag noch einmal über den Graffitischutz für die Stelen gesprochen werden. Dazu reist auch ein enger Mitarbeiter Peter Eisenmans, des Architekten des Denkmals für die ermordeten Juden Europas, nach Berlin. Er werde sich bei der Herstellerfirma der Stelen im brandenburgischen Joachimsthal über mögliche andere Schutzmittel informieren, sagte ein Sprecher der Denkmal-Stiftung am Montag. Anschließend werde es ein Treffen mit Vertretern der beteiligten Firmen und Senatsbaudirektor Hans Stimmann geben.

Für den Graffitischutz wurde, wie berichtet, zunächst „Protectosil“, ein Produkt der Firma Degussa, verwendet. Da eine Tochter dieses Unternehmens jedoch in der Nazi- Zeit das Gas Zyklon B zur Ermordung der Juden geliefert hatte, beschloss das Kuratorium der Stiftung am 23. Oktober, das Mittel nicht mehr verarbeiten zu lassen: Die Beteiligung der Degussa am Mahnmal würde die Gefühle der Überlebenden und Angehörigen der Opfer zu sehr verletzen. Doch die Diskussion um diese Entscheidung ist nicht abgeschlossen. Eisenman etwa nannte die Ablehnung des Degussa-Mittels einen „besonders schlimmen Fall von political correctness“, abgesehen von dessen ästhetischen und praktischen Vorzügen – unter anderem ist es haltbarer als die Konkurrenzprodukte. Auf der anderen Seite stellte sich erst gestern die Jüdische Gemeinde einmütig hinter die Haltung ihres Vorsitzenden Alexander Brenner, für den sich die Verwendung von Protectosil wegen der symbolischen Bedeutung der Degussa verbietet.

Bei dem heutigen Arbeitstreffen sollen Fachleute die technischen, zeitlichen, finanziellen und rechtlichen Konsequenzen einer Neuvergabe des Graffitischutzes prüfen. Die endgültige Entscheidung wird dann das Kuratorium der Stiftung treffen. Die Sitzung ist für den kommenden Donnerstag anberaumt; sie könnte aber aus Termingründen auf den 13. November verschoben werden. how

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