Berlin : Auf die Ohren

Pop- und Rockfans können sich freuen: In den nächsten Wochen kommen zahlreiche große Bands Den Anfang machen heute die Backstreet Boys in der Max-Schmeling-Halle

Sebastian Leber

Berliner Frauenherzen haben es derzeit schwer. Letzten Sonntag mussten sie schon für Robbie Williams höher schlagen, heute Abend werden sie reihenweise in der Max-Schmeling-Halle gebrochen: Die Backstreet Boys kommen. Nach fünf Jahren Pause tritt die US-Boygroup mit den Liedern ihres neuen Albums „Never Gone“ auf – und mit „garantiert allen alten Hits“, sagt Petra Huber vom Tourveranstalter Music Pool. Die fünf Sänger seien zwar während ihrer Auszeit gereift, das bedeute aber nicht, dass es bei Konzerten auf der Bühne nun ruhiger zugehe. Eher im Gegenteil: Die zweistündige Show warte mit verschiedensten Lichteffekten, Videoleinwänden und Pyro-Technik auf. „Ab und zu wird es ganz heftig knallen.“ Los geht’s heute um 20 Uhr, und das Beste: Im Gegensatz zum Robbie-Williams-Konzert gibt es noch Karten an der Abendkasse.

Wem die Backstreet Boys zu viel Herzschmerz sind, der kommt in den nächsten Wochen trotzdem auf seine Kosten. Zu Beginn der diesjährigen Hallensaison haben sich jede Menge deutsche und internationale Stars angekündigt. Gleich nächste Woche treten in der Columbiahalle drei Hochkaräter hintereinander auf, die unterschiedlicher nicht sein könnten: Am Dienstag der britische Gitarrist Paul Weller , am Mittwoch Pop-Sängerin Sarah Connor und am Donnerstag schließlich die finsteren Rocker von Motörhead . Am 25. Oktober gibt sich ein noch Größerer in Berlin die Ehre: Songwriter Bob Dylan tritt mit Band in der Treptower Arena auf.

Schon zum zweiten Mal in diesem Jahr kommen am 20. November die Norweger von A-ha nach Berlin. An ihren Auftritt Anfang Juli beim „Live-8“-Festival hat die Band nicht nur gute Erinnerungen. Da sei während des Konzerts ein Teil der Bühnen-Elektronik ausgefallen, so dass die drei zwar munter drauflos spielen, sich aber selbst nicht mehr über Kopfhörer hören konnten. „Eine Punkband hätte das vielleicht einfach überspielen können, für uns war es ein Problem“, sagt Gitarrist Pal. Umso mehr freut sich die Band, beim Konzert in der Arena unter normalen Live-Bedingungen spielen zu können. Da gibt es dann auch zum ersten Mal die Lieder ihres neuen Albums „Analogue“ zu hören, das in Deutschland bereits am 4. November erscheint. Neben A-ha treten nächsten Monat auch drei bekannte deutsche Künstler in Berlin auf, nämlich Marius Müller-Westernhagen am 13. und 14. November in der Max-Schmeling-Halle, Nena am 26. November im Velodrom und Peter Maffay einen Tag später wiederum in der Max-Schmeling-Halle. Außerdem haben sich zwei britische Bands angekündigt, die derzeit mit zu dem Besten und Angesagtesten gehören, was internationale Rockmusik zu bieten hat: Franz Ferdinand spielen am 8. November im Tempodrom, Maximo Park am 26. November im Postbahnhof. Achtung: Wer die beiden Bands sehen will, sollte sich schnell Karten sichern.

Was Franz Ferdinand und Maximo Park im Großen sind, ist die Berliner Band Hund am Strand im Kleinen. Deutschlands Musikkritiker überschlagen sich mit Lob, und obwohl die erste Single „Jungen Mädchen“ gerade erst veröffentlicht wurde, gilt das Lied jetzt schon als einer der bemerkenswertesten deutschsprachigen Songs des Jahres. Wohl auch wegen des Refrains: „Alle Jungen, alle Mädchen, zieht Eure T-Shirts aus!“ Kommenden Mittwoch tritt die Band zusammen mit dem Hamburger Liedermacher Bernd Begemann in der Maria am Ostbahnhof auf – und auch wenn es dort keine Nackten geben sollte, erwartet Sänger Fabian Schwinger zumindest ein „entspanntes Konzert mit jeder Menge Bekannten im Publikum“.

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