Berlin : Auf einmal ist die Mark wieder was wert

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Ganz so groß war der Andrang dann doch nicht: Bei der DMark-Weihnachtsaktion der C&A-Kaufhäuser, die seit Montag wieder die alte Währung akzeptieren, rollten mehrheitlich Euros und Cents in die Kassen. In den Neuköllner Gropius-Passagen und im Tegeler C&A-Haus wurden bis zum Nachmittag jeweils rund 300 Mark eingenommen, wie Mitarbeiter berichteten. Im Neuen Ku’damm-Eck waren es mehr als 1000. Im Rahmen der bundesweiten, bis Heiligabend dauernden C&A-Aktion „Auf Mark und Pfennig“ können Berliner ihre letzte Mark zum offiziellen Wechselkurs loswerden. Eine Mark entspricht demnach rund 51 Cent. Schon vor dem offiziellen Start war die Aktion bereits zum Wochenende publik geworden. C&A entschied sich daraufhin spontan, die Währung bereits am Sonnabend anzunehmen. 100 D-Mark brachten die Kunden beispielsweise in die Filiale in Spandau. C&A-Sprecher Thorsten Rolfes zeigte sich am Montag zufrieden mit dem Auftakt in ganz Deutschland, nannte aber noch keine Zahlen.

In ganz anderen Größenordnungen nimmt hingegen die Berliner Bundesbank-Filiale in Mitte die alte Währung weiterhin entgegen: Täglich werden immer noch 100 000 bis 180 000 Mark in Euro getauscht, wie Direktor Dirk Bauer gestern auf Nachfrage sagte. „Bis zum Sommer kamen täglich rund 200 Leute, derzeit sind es 160 bis 170.“ Mittags gebe es sogar oft Warteschlangen. Die Einzelbeträge lagen in diesem Monat zwischen 2,22 und 30 000 Mark. Hohe Summen deutet Bauer als Zeichen für Wohnungsauflösungen.

Die Berliner horten anscheinend aber vor allem Mark- und Pfennigmünzen. Manche Besucher der Bundesbankfiliale bringen Beutel und kleine Eimer voller Hartgeld mit. Die Annahmestelle an der Kurstraße 40 ist der einzige Ort in der Stadt, wo D-Mark-Beträge weiterhin kostenfrei in Euro umgetauscht werden. Dies gelte „zeitlich unbegrenzt“, betonte Filialdirektor Bauer. Deutschlandweit sind nach Schätzungen der Bundesbank noch rund 15 Milliarden D-Mark im Umlauf.CD

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