Auf Heller und Cent : Ein Berliner hatte die Idee zu "Deutschland rundet auf"

An der Kasse können die Kunden jetzt sagen: "Aufrunden, bitte". Damit gehen ein paar Cent an soziale Projekte. Und das summiert sich. Den ehemaligen Musikmanager Christian Vater freut's.

Fabian Morsch
Das summiert sich. Verbraucher können mit wenig Einsatz Großes bewirken.
Das summiert sich. Verbraucher können mit wenig Einsatz Großes bewirken.Foto: dpa

„Aufrunden bitte!“, diese Aufforderung wird man in Zukunft wohl häufiger in Deutschlands Supermärkten und Läden hören. Der Grund dafür ist eine Spendenaktion namens „Deutschland rundet auf“, die am 1. März bundesweit gestartet wurde und seitdem erfolgreich auch in Berlin und Brandenburg läuft. Dabei sollen Kunden angeregt werden, ihren für einen Einkauf fälligen Betrag an der Kasse aufrunden zu lassen und somit ein paar Cents an gemeinnützige Projekte zu spenden. Das summiert sich dann.

Aufgerundet wird immer zur nächsten Zehnerstelle

Wie gewohnt kauft man Lebensmittel, Schuhe oder Parfüm ein. Eine blaue Sprechblase mit den Worten „Aufrunden bitte!“ weist in teilnehmenden Läden auf die Aktion hin. Sagt man diese beiden Worte dann an der Kasse, so werden die zu zahlenden 24,95 Euro zu glatten 25 Euro – immer zur nächsten Zehnerstelle – aufgerundet. Schon sind fünf Cent für eine gute Sache verbucht. Gezwungen wird aber niemand, alles ist freiwillig.

Mit dabei sind auch Penny Markt, Netto und Kaufland

Die bislang 15 Partner, etwa die Discounter Penny Markt und Netto oder auch die Kaufland-Märkte, überweisen dann die gesammelten Cents an „Deutschland rundet auf“, die das Geld wiederum an das aktuelle Spendenprojekt weiterleiten. Ist der avisierte Betrag von 245 000 Euro erreicht, kommt das nächste Projekt an die Reihe. Auch auf den Onlineportalen der Partner wird das Aufrunden möglich sein. Zuerst wird für das Projekt „Eltern-AG“ gespendet, welches eine Anlaufstelle für Eltern in schwierigen Lebensumständen bietet. Externe Prüfer sollen gewährleisten, dass jeder einzelne Cent beim Projekt ankommt.

Die Idee kam dem Initiator beim Mittagessen mit Freunden

Gründer der Aktion ist der ehemalige Musikmanager Christian Vater. Die Idee zu dem Projekt kam dem 37-Jährigen Berliner bei einem Mittagessen mit Freunden. Gemeinsam überlegten sie, was man mit all den herumliegenden Cents alles bewirken könnte. So kam er eher zufällig auf die Idee von „Deutschland rundet auf, erzählt Vater. Gespendet werden können maximal 10 Cent pro Einkauf.

„Es geht nicht um Gewinnmaximierung“, sagt Vater. „Wichtiger ist uns, dass jeder an der Aktion teilnehmen kann, unabhängig von seinem Einkommen.“ Speziell auf die neue, von Vater erdachte Aktion hinweisen werden die Kassierer ihre Kunden jedoch nicht. Man wolle den Kunden angesichts der bekannten Fragen wie etwa „nach Payback oder Deutschland Card“ nicht weiter einspannen.

Ein Ticker auf der Homepage zeigt an, wie viel Geld für das aktuelle Projekt bereits gesammelt wurde. Eine ähnliche Initiative, das Spendenhäuschen von McDonald’s, brachte den Angaben des Unternehmens zufolge allein im vergangenen Jahr 2,6 Millionen Euro an Spendengeldern ein. Cent für Cent für den guten Zweck.

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