Berlin : Auf kurzen Beinen zum Sieg

Teamarbeit auf dem Asphalt: 5732 Schüler liefen beim Mini-Marathon

Jutta Meier

Hektisches Durcheinander auf dem Potsdamer Platz. Kinder laufen hin und her, hüpfen auf der Stelle oder kreisen mit den Armen. Andere stehen nur etwas verschlafen da. Sobald aber der Startschuss zum Mini-Marathon gefallen ist, sind Aufregung und Müdigkeit vergessen. Vor allem die ganz Kleinen laufen schreiend los, als ginge es um ihr Leben.

„Für viele der Kinder ist das wirklich eine große Sache“, sagt Thomas Poller von der Senatsverwaltung für Jugend und Sport, der den Mini-Marathon seit 1989 mit dem SCC zusammen organisiert. Es ist fast wie beim Marathon der Großen: Man läuft auf der gleichen Strecke, allerdings nur die letzten 4,2195 der 42,195 Kilometer, und man bekommt einen Chip für die Zeitmessung an die Schuhe gebunden.

Gestartet wird in Schulteams von zwölf oder mehr Schülern. Die Zeiten der ersten Zehn eines Teams werden addiert. „Zusammen legen sie die volle Distanz zurück“, sagt Poller. „Ihre Gesamtzeit können sie mit den Zeiten der Großen vergleichen.“ Für die meisten aber kommt es vor allem auf den Spaß an. „Mitmachen ist wichtiger, als gut zu sein“, sagt der zehnjährige Martin von der Königin-Luise-Grundschule in Wilmersdorf. „Im ersten Jahr starteten nur 875 Schüler, dieses Mal waren es 5732“, sagt Poller. „Damit sind wir mit dem Londoner der größte Mini-Marathon Europas.“ Und wer hat gewonnen? „Das erfahren wir später per E-Mail“, sagt ein Lehrer und sieht zu, dass er seine Schüler im Gedränge nicht verliert.

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