Berlin : Auf Kuschelkurs

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Beim Geld hört die Freundschaft auf. Sagt man. Das ist natürlich auch in der Filmwirtschaft nicht anders und deshalb nur konsequent, wenn in Geldfragen ein reiner Tisch gemacht wird. Das funktioniert am Beispiel der Filmstiftung NRW so: Geld gibt es für neue Filme, wenn vertraglich klar ist, dass die Stiftung etwas zurückbekommt, falls der Film ein Erfolg wird. Vier Filme, die mit Geld aus Nordrhein-Westfalen gefördert wurden, hatten so viele Zuschauer, dass ihre Produzenten, Regisseure und Schauspieler nun einen Teil zurückzahlen konnten.

Weil diese Regel aber in der Filmwirtschaft gilt, ist die Zeremonie nicht ein schnöder Austausch von Schecks mit Geldboten, sondern Anlass für eine Party. Michael Schmid-Ospach, Chef der Filmstiftung NRW und Nachfolger Dieter Kosslicks, dem jetzigen Berlinale-Leiter, führt die Tradition der NRW-Empfänge im Schwarzenraben fort. Das Restaurant ist rappelvoll.

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Zum Beispiel mit Moritz Beibtreu und Sönke Wortmann, die für ihren gemeinsamen Film "Lammbock" einen Scheck für die Stiftung dabei hatten. Bleibtreu, nie um Worte verlegen, sagt: "Ich bin nicht der Typ, der sich um Fotosessions drängelt, aber in diesem Fall ist es eine gute Sache." Lächeln, Blitzlichtgewitter. In der Menge auch Veronica Ferres: "Michael Schmid-Ospach und ich haben in Solingen den Führerschein gemacht", erklärt sie, aber das ist natürlich nicht der einzige Grund, dass sie hier ist. Sie spielte im TV-Mehrteiler "Die Manns" mit, ebenfalls mit Fördergeldern der NRW-Stiftung ausgestattet, und bekommt die Novellen von Thomas Mann in einer Auflage von 1922 geschenkt - der ersten Mann-Gesamtausgabe. Küsschen vom Stiftungs-Chef, eine Umarmung auch von Anke Engelke, die sich wiederum zu Hannes Jaenicke durchküsst. "Ich bin am arbeiten", sagt sie und deutet auf ihr Morgenmagazin-Kamerateam.

Michael Schmid-Ospach sagt, das "Schwarzenraben" gefällt ihm, "weil es so schön eng ist." Ja, die Rheinländer, zum Karneval immer auf Kuschelkurs. Im Getümmel auch Tom Tykwer, Alfred Holighaus, Jürgen Schau, Klaus Keil, Christoph Ott und andere Branchen-Größen. Aber auch Newcomer, wie der Schauspieler Matthias Schweighöfer, in "Herz über Kopf" dabei, der zur Berlinale läuft. Sein Eindruck: "Ich bin das erste Mal dabei, das ist ein schönes Gefühl." So beginnen gute Freundschaften.

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