Berlin : Auf nach Bonn

Stephan wiehler

empfiehlt dem Bundespressestrand einen Umzug Die Beamten im Amt für Umwelt und Natur des Bezirks Mitte haben sehr empfindliche Ohren. Vermutlich hat die Bezirksverwaltung die Behörde deshalb in einer ruhigen Weddinger Seitenstraße zwischen Kleingartenkolonien, Klinikgelände und Stadtbibliothek angesiedelt. Hier, an ihrem stillen Örtchen in der Iranischen Straße, können die Beamten ungestört Fledermaus-Brutstätten bewahren, Bäume beschützen und die Nachtruhe der Berliner bewachen.

Wer sich tagsüber so krumm macht, weiß, was gesunder Schlaf wert ist. Nächtlicher Lärm ist da reines Gift für die Arbeitsmoral. Darum soll nach Ansicht des Umweltamts auch am Bundespressestrand in dieser Saison ab 22 Uhr Schluss sein mit Rambazamba. Dabei ist die Strandbar gerade erst umgezogen. Das Bezirksamt hatte ihr die Genehmigung für den alten Standort zwischen Reichstag und Bundespresseamt verweigert. Die Betreiber wichen aufs andere Spreeufer aus. Wen der Strand auf der Brachfläche am Lehrter Bahnhof stören könnte, ist nicht bekannt. Vielleicht die schlafenden Fahrgäste in vorbeifahrenden ICE-Zügen oder Bundestagsabgeordnete, die nächtens in ihren Büros am anderen Ufer über Akten brüten.

Der Strandbar bleibt wohl nur der Umzug. Zum Beispiel nach Bonn. Das Ansiedelungsklima dort ist womöglich strandkorbfreundlicher, auch wenn Berlin im Jahresdurchschnitt mehr Sonnentage hat.

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