Berlin : Auf Räder!

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VON TAG ZU TAG

Von Bernd Matthies

Dienstleistung kommt von Dienst und Leistung. Beides scheint im Berlin der Neuzeit nur sehr schlecht zueinander zu passen. Die letzte große Entdeckung in dieser Richtung ist 30 Jahre alt – und wir müssen aus diesem Anlass ein Kränzlein winden. Wie, so bliebe zu fragen, haben sich Alte und Behinderte eigentlich zu Hause ernährt, bevor der fahrbare Mittagstisch erfunden wurde?

Es klingt ganz einfach – wenn die Idee erst einmal verwirklicht ist. Einen Bedarf erkennen, den Weg zur Realisierung prüfen, Menschen zum Mittun begeistern und anfangen. Auch wenn das Rote Kreuz damit rein gemeinnützig anfing, so ist mit der Idee doch auch Geld zu verdienen; private Mitbewerber beweisen es. Und die Pizzaboten und Burger-Bringer haben längst mit ihrem Service nachgezogen, einem Service, den jeder Berliner in Anspruch nehmen kann. Solche amerikanischen Sachen in Berlin? Unmöglich, hieß es damals, das klappt bei uns doch nie.

Von Amerika lernen: nun ja. Wie es scheint, ist unser Interesse an Leuten, die im Supermarkt den Einkauf in die Tüten stopfen, relativ gering. Können wir selbst! Doch ein wenig mehr Pioniergeist kann sicher nicht schaden in diesen Zeiten. Jener Pioniergeist, der einst das Essen auf Räder stellte.

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