Berlin : Auf und Ab

Andreas Conrad

Deutsch sein bedeutete ja einmal, eine Sache um ihrer selbst willen zu tun. Diese Definition hat reichlich Patina angesetzt und kann schon deswegen nicht stimmen, weil nicht mal mehr die gute alte BVG sich daran hält. Nach der alten Regel war ein Fahrgast ohne korrektes Billett zu verfolgen, basta! Unsere schöne neue Welt aber rechnet immer Kosten gegen Nutzen auf, und da sieht es bei der flächendeckenden Jagd auf Schwarzfahrer zunehmend trostlos in der Kasse aus. Die Einnahmen steigen nun mal nicht proportional zur Größe der Kontrolletti-Truppe, also wird jetzt abgerüstet. Auch das Image des Öffentlichen Nahverkehrs, das durch die oft gnadenlose Jagd manche Scharte erlitten hat, kann da nur gesunden. Wahrscheinlich aber wird das Pendel in einigen Jahren oder gar Monaten wieder zurückschwingen, denn potenzielle Fahrpreispreller dürften sich auf die neue Situation rasch einstellen. Aber so ist nun mal der Gang der Geschichte, ein stetes Auf und Ab selbst im Kleinen. Und daher wird es sicher nicht mehr lange dauern, bis ein BVG-Gewaltiger meint, dass die Option, im Bus auch hinten einsteigen zu dürfen, gar nicht so übel ist. Bis der nächste kommt und…

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