Berlin : Aufbau Mitte

Der Senat und der portugiesische Investor Sonae haben den Vertrag für ein riesiges Shopping-Center am Alexanderplatz unterschrieben

Matthias Oloew

Für Bausenator Peter Strieder (SPD) ist es das Signal zum Umbau des gesamten Alexanderplatzes. Am Montag hat er am Rande der Immobilienmesse Expo-Real in München einen städtebaulichen Vertrag für ein neues Einkaufscenter unterschrieben. Der Bezirk Mitte und die anderen potenziellen Investoren sind nicht ganz so euphorisch. Doch immerhin steht nun fest: Die portugiesische Projektentwicklungsgesellschaft Sonae wird zusammen mit der Wohnungsbaugesellschaft Degewo entlang der Alexanderstraße Läden, Kinos, Fitnessstudios und andere Freizeitstätten bauen. „Mit diesem Vertrag geben wir den Startschuss für die Neugestaltung des Alexanderplatzes“, sagt Strieder.

Nicht nur Sonae macht nun ernst, auch der Kaufhof will demnächst anfangen zu bauen. Genaues will der Geschäftsführer Detlef Steffens noch nicht sagen, kündigte aber an, in vier Wochen genaue Pläne für den Ausbau des Warenhauses vorzulegen. Eine Baugenehmigung ist noch nicht beantragt. Bei den Rathauspassagen gehen derweil die Bauarbeiten weiter, im Frühjahr sollen dort die ersten Kunden in einem Wal-Mart-Supermarkt einkaufen können. Sonae will für das neue Einkaufszentrum noch in diesem Jahr eine Baugenehmigung beantragen, um im Frühjahr auf dem als „Banane“ bezeichneten Grundstück an der Alexanderstraße loslegen zu können. Bis zur Fußballweltmeisterschaft 2006 soll das Shoppingcenter fertig sein.

„Wenn Sonae jetzt anfängt, ist das ein Grund für die anderen Alex-Investoren nachzuziehen“, sagt Strieders Sprecherin Petra Reetz. „Alle wollen Einzelhandel in die ersten Etagen ihrer Hochhäuser haben und müssen aufpassen, dass ihnen die möglichen Interessenten nicht weglaufen.“ Werden die Alex-Hochhäuser auf dem Umweg über die Ladenflächen nun doch gebaut? Mittes Bürgermeister Joachim Zeller (CDU): „Derzeit kenne ich niemanden, der einen Turm am Alex bauen will, dafür stehen noch viel zu viele Büroflächen in der Stadt leer.“

Zeller befürchtet, dass die Sonae-Investition von rund 500 Millionen Euro am Ende Stückwerk bleibt. „Das geplante Hotel und der Turm werden vorerst nicht gebaut.“ Vorgesehen ist, am Südende ein Hotel zu errichten, und am nördlichen Ende, an der Ecke Grunerstraße und Alexanderstraße, einen knapp 150 Meter hohen Büroturm. Auch die anderen Investoren sind zurückhaltend, was den Bau der Hochhäuser angeht. Zum Beispiel die Treuhand-Liegenschaftsgesellschaft (TLG), der das Gelände an der Ecke Karl-Liebknecht-Straße und Alexplatz gehört. „Wir hoffen auf die Belebung des Alex“, sagt eine TLG-Sprecherin, „aber ein Baustart für das Hochhaus ist nicht in Sicht.“

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