Berlin : Aufbruch in der City-West

Sabine Beikler

Viele Jahre lag der städtebauliche Schwerpunkt auf der Entwicklung der östlichen Innenstadt, jetzt will sich der Senat stärker um die westliche City kümmern. Um die Planungen besser abzustimmen, hat der Senat am Dienstag beschlossen, ein Lenkungsgremium mit Vertretern der Bezirke unter Federführung der Stadtentwicklungsverwaltung einzusetzen. Die City-West sei ein „wesentlicher Imagefaktor“ für die Attraktivität und Bedeutung Berlins, sagte Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge- Reyer (SPD). Diese Gegend habe gesamtstädtische Bedeutung und müsse deshalb auch entsprechend planerisch betreut werden. „Vor allem geplante Bauten in unmittelbarer Umgebung des Bahnhofs Zoo, das Riesenrad und der Ausbau des Geländes der Technischen Universität müssen eng koordiniert werden“, sagte Junge-Reyer.

Der Hardenbergplatz, für den die Deutsche Bahn große Pläne hat, müsse attraktiver werden. Offenbar plant die Bahn aber nicht in Absprache mit dem Senat. „Die Bahn sollte sich zunächst einmal mit ihrem Gebäude am Zoo auseinandersetzen“, forderte Junge-Reyer. Bevor die Bahn Pläne veröffentliche, solle sie zunächst einmal mit der Senatsverwaltung sprechen. Bekannt ist, dass die Bahn am Bahnhof Zoo zusammen mit einem Investor ein zweistöckiges Einkaufszentrum errichten will, das bis auf den Hardenbergplatz reichen soll. Das Bauvorhaben ist allerdings im Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf auf großen Widerstand gestoßen. Der Bau würde den Blick am Bahnhof vorbei Richtung Tiergarten vollständig versperren. Außerdem befürchtet der Bezirk, dass ein solches Einkaufszentrum anderen Geschäften in der Umgebung schaden könnte.

In der City-West entsteht bereits zwischen dem Theater des Westens und dem Bahnhof Zoo ein neues Hotel. Hoch hinaus gehen soll es mit dem Zoofenster, das an der Ecke Joachimstaler Straße/Kantstraße wachsen soll, und für das über der Kantstraße liegende Schimmelpfenghaus gibt es Neubaupläne: Dort soll ein „Atlas-Tower“ entstehen. Auch Kurfürstendamm und Tauentzienstraße sollen zum Einkaufen noch attraktiver werden. Dort fehlen Cafés, Bars oder Angebote für den Abend. Sabine Beikler

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