Berlin : Aufbruch - ohne Berliner (Kommentar)

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Das waren noch Zeiten, als Hanna-Renate Laurien neben Helmut Kohl im CDU-Präsidium saß und Elmar Pieroth die CDU-Mittelständler anführte. Als Rupert Scholz Vize-Fraktionschef war und der ehemalige Wahl-Berliner Norbert Blüm die CDU-Parteipolitik maßgeblich mitbestimmte. Inzwischen ist die Berliner CDU froh, überhaupt noch in den Führungsgremien der Bundespartei vertreten zu sein. Eine Satzungsänderung ermöglicht dem CDU-Landeschef und Regierenden Bürgermeister Eberhard Diepgen jetzt die ordentliche Mitgliedschaft im Präsidium, ohne gewählt werden zu müssen. Dort saß er auch früher schon, aus altem Gewohnheitsrecht, das alle CDU-Ministerpräsidenten im engsten Führungszirkel stillschweigend duldete. Bei einer Wahl ins CDU-Präsidium hätte Diepgen auf dem Parteitag in Essen keine Chance gehabt. Er wäre durchgefallen, wie Ex-Kultursenatorin Christa Thoben. Die Bundes-CDU will jetzt Erneuerung und Aufbruch, landespolitische Grabenkämpfe sind nur lästig und stören. Zur Zeit gibt es in der Berliner CDU auch keine Persönlichkeiten - seien es junge Wilde oder alte Kämpfer - , die auf bundespolitischer Ebene positiv auffallen und innerparteilich über die Stadtgrenzen hinaus überzeugend Profil zeigen könnten. Da hilft nur: Üben, üben, üben ...

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