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Aufklärungskampagne der Berliner Polizei : Wie man seine Wohnung vor Einbrechern schützt

03.12.2012 13:07 Uhrvon
Angehende Kripobeamte informieren Anwohner in Prenzlauer Berg, wie sie ihre Wohnungen einbruchsicher machen können.Bild vergrößern
Angehende Kripobeamte informieren Anwohner in Prenzlauer Berg, wie sie ihre Wohnungen einbruchsicher machen können. - Foto: Thilo Rückeis

Die Zahl der Einbrüche ist deutlich gestiegen – jeden Tag sind 30 Wohnungen oder Häuser betroffen Jetzt haben Polizeischüler per Hausbesuch Bürger informiert, wie sie ihr Zuhause sichern können.

"Guten Tag, hier ist die Polizei. Haben Sie einen Moment Zeit?", fragt Marcus Wagner höflich und holt seinen Dienstausweis aus der Jackentasche. Der 23-Jährige ist Polizeischüler im fünften Semester bei der Berliner Kriminalpolizei. An diesem Dienstagnachmittag müssen die acht Auszubildenden eine ungewöhnliche Aufgabe erfüllen: Sie sollen vier Stunden unangemeldet von Haus zu Haus gehen und die Anwohner in Prenzlauer Berg informieren, wie sie ihre Wohnungen vor Einbrechern schützen können. Die Polizei hatte das Präventionsprojekt berlinweit im Sommer 2011 ins Leben gerufen, als die Zahl der Einbrüche dramatisch angestiegen war. Zum Vergleich: 2010 registrierte die Polizei 8713 Fälle, 2011 waren es 11006 Fälle.

Statistisch gesehen wird in der Hauptstadt jeden Tag in 30 Wohnungen und Einfamilienhäuser eingebrochen. Kürzlich etwa in die privaten Räume von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) in Charlottenburg.

Als Marcus Wagner gegen 13 Uhr die ersten Klingelknöpfe drückt, muss er geduldig sein. Die meisten Anwohner sind zu dieser Tageszeit nicht da. Erst beim fünften Versuch ertönt endlich ein Summen aus dem Lautsprecher. Im vierten Stock öffnet eine Frau die Tür, sie runzelt die Stirn und schaut ein wenig fragend. „Keine Sorge. Es ist nichts passiert. Wir wollen sie heute nur zum Thema Einbruchschutz aufklären, wenn Sie mögen“, sagt der junge Polizist mit ruhiger Stimme. „Das habe ich noch nie erlebt, dass Polizisten bei mir vor der Tür stehen, um mich zu informieren. Aber ich finde das sehr schön, dass sich jemand kümmert“, sagt Ute Mielke, 41. Im Haus sei schon mehrfach eingebrochen worden und im Nachbarhaus seien sogar Anwohner zu Hause gewesen, als die Diebe bei ihnen einstiegen. „Das finde ich sehr gruselig“, sagt sie. Wagner schaut sich die Wohnungstür an, „sie benutzen ein Stangenschloss. Das ist sehr lobenswert“, findet er. „Eine richtig gesicherte Tür lässt sich nicht so einfach aufbrechen, wenn sie – so wie hier – mit einem Stangenschloss oder Querriegel gesichert ist.“ Er zeigt auf ein paar Turnschuhe, die vor der Tür stehen. „So etwas schreckt Einbrecher auch ab, weil sie denken, dass jemand zu Hause ist.“ Der Polizeischüler will wissen, ob sie ihre Nachbarn im Haus kennt. Ute Mielke zuckt mit den Schultern. „Fragen sie das nächste Mal nach, wenn sie einem Unbekannten im Treppenhaus begegnen, was er bei Ihnen macht. Dadurch verhindern Sie, dass sich fremde Menschen im Haus aufhalten.“ Doch manche Täter tarnen sich auch und geben sich als Getränkelieferant, Paketboten oder Handwerker aus, weiß Wagner.

Im Nachbarhaus macht niemand die Tür auf. „Sie kommen zu einer ungünstigen Uhrzeit. Die meisten sind bei der Arbeit und das sind diejenigen, bei denen zuerst eingebrochen wird“, klagt eine Anwohnerin zwei Hausnummern weiter. Gerade erst sei bei ihren Nachbarn Bargeld und Schmuck gestohlen worden. „Aber das Schlimmste ist ja das Durcheinander. Sie haben alle Schubladen herausgerissen und die Klamotten auf den Boden geschmissen“, sagt sie. „Nein“, da hätte sie nicht mehr wohnen können.

Wagner bleibt vor einer Tür stehen und schüttelt den Kopf. „Das Schloss kann man ganz leicht mit einem Dietrich öffnen, weil der Zylinder zu weit herausragt“, sagt er. Leider macht hinter dieser Tür niemand auf. „Schade, den Bewohner hätte ich gern mal gewarnt, wie leicht man bei ihm einsteigen kann.“

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