Aufpoliertes Gedenken : Sowjetisches Ehrenmal in Pankow wird saniert

Am sowjetischen Soldatenfriedhof in Pankow werden Bauschäden für 8,5 Millionen Euro beseitigt.

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Ehre den Sowjetsoldaten. Blick auf den 33 Meter hohen Obelisken im Zentrum des Ehrenmals in der Schönholzer Heide. Das Geld für die Erneuerung kommt vom Bund. Foto: dpa
Ehre den Sowjetsoldaten. Blick auf den 33 Meter hohen Obelisken im Zentrum des Ehrenmals in der Schönholzer Heide. Das Geld für...Foto: dpa

Wer bei einem sommerlichen Ausflug in die Schönholzer Heide das Sowjetische Ehrenmal besuchen möchte, muss sich beeilen: Ab dem 30. August wird der Soldatenfriedhof in Pankow aufgrund umfangreicher Sanierungsarbeiten für rund zwei Jahre für den Publikumsverkehr gesperrt und nur zu besonderen Feierlichkeiten zugänglich gemacht. Wie die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung am Dienstag mitteilte, wird die fast drei Hektar große Anlage aus Mitteln des Bundes für knapp 8,5 Millionen Euro saniert. Grund dafür sei der desolate Zustand des 1949 eingeweihten Ehrenmals, der vor allem auf die vielen Bauschäden durch mangelhafte Konstruktion zurückzuführen sei.

Auf dem Friedhof sind über 13 000 von insgesamt rund 80 000 Soldaten der Roten Armee begraben, die im März und April 1945 bei der Schlacht um Berlin gefallen sind. Neben dem Hauptdenkmal, der Statue der russischen „Mutter Heimat”, befindet sich unter anderem auch ein 33,5 Meter hoher Obelisk mit Grabkammern und einer Gruft auf dem durch eine lange Lindenallee geteilten Ehrenhain. Der von einer sowjetischen Architektengruppe entworfene Soldatenfriedhof ist neben den Anlagen im Tiergarten und im Treptower Park das dritte sowjetische Ehrenmal in Berlin. Er befindet sich im nordwestlichen Teil der Schönholzer Heide, die bereits im 19. Jahrhundert ein beliebtes Ausflugsziel für die Berliner Bevölkerung war. Während des Weltkrieges war die Schönholzer Heide Standort eines großen Zwangsarbeiterlagers.

Die größten Schäden an der Anlage weisen die Natursteinverkleidungen und -plattenbelege, die Bauwerksabdichtungen und Treppenanlagen sowie die beiden Torgebäude, der Obelisk und alle technischen Anlagen auf. Um die Mängel zu beseitigen, müssen „in enger Zusammenarbeit mit dem Landesdenkmalamt“ viele Konstruktionen bis auf den Rohbau zurückgebaut werden. Andere werden vollständig in ihre Einzelteile zerlegt und komplett neu aufgebaut. Eva Kalwa

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