Berlin : Aufsteiger: Regierungsviertel als Nachbarn

Helle Fassaden, Großstadtlärm, eine breite Straßenflucht, der erste Eindruck der Perleberger Straße in Moabit stimmt hoffnungsvoll. Es gibt sogar eine Stadtteilbibliothek und einen Förderverein, der sich mit einer deutlichen Beschilderung gegen das Abwerfen von „Müll und Lebensmitteln“ ausspricht. Hier sind Aufsteiger am Werk, die sich ihren Kiez zurückerobern wollen. Laut Sozialstrukturatlas hat sich der Perleberger Kiez vom Status „sehr niedrig“ auf „niedrig“ verbessert. Weil die Arbeitslosigkeit stärker zurückging als im Berliner Durchschnitt und Kinderarmut stark abnahm. Die Lage ist gut: Regierung und Hauptbahnhof sind nicht weit. „PC-Paule“ dürfte diesen Trend belegen. Er hat seinen Reparaturbetrieb für alles, was nach Computer aussieht, gerade eröffnet.

Weitere Leuchttürme sind allerdings nicht erkennbar – geringere Arbeitslosigkeit schlägt sich nicht unmittelbar auf das Stadtbild nieder. Hinter PC-Paule beginnt der zweite Eindruck von der Perleberger Straße. Der „Split-Grill“ hat aufgegeben, auch die „Perleberger Sportfreunde“ sind unbekannt verzogen. Mit dem Gewerbe sehe es eher traurig aus, bestätigt Apotheker Ernst-Joachim Jost. Stehcafés, Döner-Buden, Fahrschulen und Kneipen bilden die Infrastruktur. Aufsteiger sind Jost bisher nicht sonderlich aufgefallen. Einige Studenten seien hergezogen, hätten WGs gegründet – wegen der günstigen Mieten. loy

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