Berlin : Aufwärts mobil: Elke Breitenbach

Die Berliner PDS-Abgeordnete traut sich – sie könnte den Berliner Landesverband im Parteivorstand vertreten

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Wer wird die Berliner PDS künftig in der Parteispitze vertreten? Nach längeren Diskussionen fanden die Sozialisten doch noch eine Kandidatin, die sich nach vorne wagt: Elke Breitenbach. Die PDSAbgeordnete erklärte gegenüber dem Tagesspiegel am Rande einer PDS-Klausurtagung am Wochenende, sie könne sich eine Kandidatur für den Parteivorstand vorstellen. „Berlin muss doch auf jeden Fall im Vorstand vertreten sein“, sagte sie. Nach der Führungskrise will die PDS einen „Neustart“ schaffen: Auf dem Sonderparteitag Ende Juni im Tempodrom werden die Sozialisten ihren Parteivorstand wählen.

Die 42-jährige Politikwissenschaftlerin ist keine Sozialistin der ersten Stunde. Sie ist eine „West-Frau“, in Frankfurt (Main) geboren und erst 1998 in die PDS eingetreten. Wie viele andere kam sie Anfang der Achtzigerjahre nach Berlin und studierte am Otto-Suhr-Institut Politologie. Elke Breitenbach war zwar „kurz“, betont sie, in den Achtzigerjahren Mitglied der grünen Alternativen Liste. Doch die Parteiarbeit behagte ihr nicht sonderlich: Sie war mehr in der außerparlamentarischen Bewegung aktiv und engagierte sich in der Antifa-Arbeit.

Von 1992 bis 1997 arbeitete sie als Sekretärin bei der Gewerkschaft Handel, Banken und Versicherungen. Sie war dort zuständig für Jugend- und Frauenbildungsarbeit. Dann wechselte sie als „Referentin für soziale Sicherungssysteme“ in die PDS-Bundestagsfraktion. Nachdem die parlamentarische Geschäftsführerin der Bundestagsfraktion, Heidi Knake-Werner, von der Berliner PDS „abgeworben“ wurde und in der rot-roten Koalition Sozialsenatorin wurde, folgte ihr Elke Breitenbach als persönliche Referentin.

Die Berliner Kandidatin für den Parteivorstand drängt sich nicht laut in den Vordergrund und arbeitet auch im Parlament unauffällig. Elke Breitenbach mischt lieber im Hintergrund mit – vor allem als Mitglied der PDS-Reformlinken. Diese rund 90 Mitglieder starke Gruppe hatte sich nach dem Geraer Parteitag im Oktober gegründet. Dem alten Bundesvorstand warf die Reformlinke „sinnlose Totalopposition“ und „Rückwärtswende“ vor. Von Breitenbachs Kandidatur erhoffen sich Parteistrategen vor allem eines: Als „West-Reformlinke“ soll sie vor allem die eher linksdogmatischen, westdeutschen Landesverbände integrieren. sib

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