Augentumor-Therapie : Grüne fordern Erhalt des Ionenstrahllabors

Die Grünen fordern den Erhalt der bundesweit einmaligen Augentumor-Therapie der Charité. Eine Schließung des Ionenstrahllabors wäre ein "gesundheitspolitischer Skandal", sagte Fraktionschefin Sibyll Klotz.

Berlin - Die Schließung der vom Hahn-Meitner-Institut (HMI) betriebenen Einrichtung sei zudem ein "schwerer Schlag für den Gesundheitsstandort Berlin", betonte Klotz. Sie appellierte an den Senat, alles zu tun, damit die Behandlungsmethode weitergeführt werden könne.

Nach Informationen der Berliner Zeitung muss das Labor zum Ende des Jahres schließen. Damit werde die Protonentherapie gegen Augentumore eingestellt, die die Charité in Kooperation mit dem HMI als einzige Klinik in Deutschland anbiete. Hintergrund sei, dass der Bund und die Helmholtz-Gesellschaft kein Geld mehr für die teure Anlage bereit stellen wollten.

Auch wenn Berlin der Entscheidung nicht zugestimmt habe, sei es "absolut unverständlich", dass sich der Senat diesen "Leuchtturm" so sang- und klanglos abnehmen lasse, sagte Klotz. Die Heilungserfolge der Therapie seien "Weltspitze". Die Entscheidungsträger bei der Helmholtz-Gesellschaft und beim Bund wären deshalb gut beraten, ihre Pläne zu revidieren.

Das Ionenstrahllabor wurde 1998 in Betrieb genommen, im Jahr werden rund 150 Patienten aus ganz Deutschland behandelt. Wenn die Protonentherapie eingestellt würde, müssten die Patienten der Zeitung zufolge ins Ausland geschickt werden. (tso/ddp)

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