Berlin : AUS DEM GERICHT

Gescheiterter Überfall: Hohe Haftstrafen für Maskenmänner



Für drei als „Maskenmänner“ bekannt gewordene Angeklagte endete ein geplanter Überfall mit hohen Haftstrafen. Für neun Jahre und zwei Monate soll der mehrfach vorbestrafte Marco R. ins Gefängnis. Seine Komplizen wurden zu achteinhalb und sechs Jahren Haft verurteilt. Die Männer im Alter zwischen 34 und 56 Jahren lagen im Juni 2007 in Hohenschönhausen schwer bewaffnet auf der Lauer, um einen Geldtransporter zu überfallen. Die Polizei hatte einen Tipp bekommen und das Trio kurz vor Eintreffen des Werttransporters überwältigt. Im Auto der Täter lagen neben Maschinenpistolen insgesamt 310 Schuss Munition, drei russische Splitterhandgranaten sowie Gummimasken und ein Trennschleifer. Drei Monate lang hatten die „Maskenmänner“ im Prozess geschwiegen, bevor sie die Verabredung zum besonders schweren Raub gestanden. K. G.

„Mahmoud“ muss ins Gefängnis:

Drei Jahre Haft für Serientäter

Berlins bekanntester Intensivtäter will sich ändern. Das jedenfalls versicherte er gestern vor Gericht und zeigte sich reuig wie noch nie in einem Prozess. „Ich entschuldige mich für alles, was passiert ist“, sagte der 25-jährige Nidal R. vor dem Urteil. Er wolle in Zukunft ein anderes Leben führen. Die verhängte Strafe nahm R., der als „Mahmoud“ immer wieder für Schlagzeilen sorgte, regungslos entgegen: drei Jahre und drei Monate Gefängnis. Es ging in dem Prozess unter anderem um einen gewalttätigen Angriff auf den Türsteher einer Diskothek und mehrere Verkehrsdelikte. Als er im März seine Festnahme verhindern wollte, war R. mit drei Autos kollidiert. R. hatte die verurteilten Taten im Wesentlichen gestanden. Aus Sicht der Anklägerin hat bei ihm ein „Umdenkprozess“ begonnen.

Nidal R. ist nach eigenen Angaben staatenloser Palästinenser. Einen Beruf hat er nicht erlernt. Seine kriminelle Karriere soll bereits im Alter von etwa zehn Jahren begonnen haben. Delikte wie Körperverletzung und Raub ziehen sich durch sein Strafregister mit inzwischen 14 Eintragungen. Im Jahr 2002 wurde er zu einer Gesamtstrafe von viereinhalb Jahren verurteilt. Drei Jahre später saß er wegen einer Auseinandersetzung vor einer Diskothek vor Gericht. Zuletzt bekam er sechs Monate Haft wegen Beleidigung von zwei Wachtmeistern. K. G.

Angriff auf Spielplatz:

Vater verweigerte die Aussage

Als seine Tochter auf einem Spielplatz in Neukölln beleidigt wurde, soll Ramzie A. (32) ausgerastet sein. Den Ermittlungen zufolge hat der Angeklagte eine Zwölfjährigen geohrfeigt und einem 17-Jähigen eine Kopfnuss verpasst. Als sich ein weiterer Helfer einmischte, habe Ramzie A. ein Messer gezogen und den 20-Jährigen lebensgefährlich verletzt. Fünf Monate nach dem blutigen Streit begann gestern der Prozess wegen versuchten Totschlags. Über seinen Verteidiger ließ der arbeitslose Designer erklären, dass er sich zunächst nicht zu den Vorwürfen äußern wolle. Gegenüber einem Psychiater hatte Ramzie A. jedoch Notwehr geltend gemacht. Schließlich sei zunächst seine sechsjährige Tochter beleidigt worden. „Du stinkst“, hätten andere Kinder gerufen. Als seine Familie den Spielplatz verlassen habe, seien sie von den Kindern verfolgt worden. Zwei junge Männer seien hinzugekommen, ein Messer in der Hand. Derart bedrängt habe auch er ein Messer gezogen. Der Prozess wird Freitag fortgesetzt. K. G.

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