Berlin : AUS DEM GERICHT

Bad endete tödlich für Patienten: Bewährungsstrafe für Pfleger

Der Rentner konnte sich nicht gegen das heiße Badewasser wehren. Der 79-Jährige war nach einem Schlaganfall gelähmt und nicht mehr in der Lage zu sprechen. Er erlitt an jenem Vormittag im Juni 2006 in einem Pflegeheim in Friedrichshain tödliche Verbrennungen. Der Altenpfleger, der Gerhard B. badete, ist gestern wegen fahrlässiger Tötung zu elf Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. Zudem soll er zwei Jahre lang monatlich 50 Euro an die Deutsche Hirntumorhilfe e.V. zahlen.

Die Hebebadewanne war zwar mit einer Temperatur-Sicherung ausgestattet. Der Pfleger, eine Fachkraft, soll diese jedoch entsichert haben. So erlitt der Rentner Verbrennungen zweiten Grades an 40 Prozent der Hautoberfläche. Er starb im Unfallkrankenhaus Marzahn.

Eigentlich hatte das Amtsgericht eine mündliche Verhandlung angesetzt. Der Platz des Angeklagten aber blieb leer. Alle waren sich einig, dass ein Prozess in diesem Fall nicht unbedingt erforderlich sei. Das Urteil wird R. nun in der Form eines Strafbefehls ins Haus flattern. Gegen den Strafbefehl kann R., der nicht mehr im Heim arbeitet, Einspruch einlegen. K.G.

Schülerinnen bedroht:

Abiturient zu Freizeitarbeit verurteilt

Der 20-jährige Abiturient schimpfte vor dem Gerichtssaal: „Einige wollten mir eins auswischen.“ Eine damalige Mitschülerin des Angeklagten aber bestätigte hässliche Äußerungen. Aus verschmähter Liebe soll er gegenüber der damals 18-Jährigen angedroht haben, dass er ihrer Cousine und einer weiteren Schülerin „die Köpfe einschlagen“ werde. Das geschah im Dezember 2006 an einer Kreuzberger Oberschule. In einer Freistunde ging die Zeugin auf ihren Klassenkameraden zu. Er war in ihre Cousine verliebt. Sie wollte ihm sagen, dass er keine Chance habe. Da seien die Drohungen gefallen.

„Ich sollte mein Mundwerk halten“, lenkte der Angeklagte vor dem Urteil ein und gab seine Fehler zu. Der Richter verhängte zwanzig Stunden Freizeitarbeit. Außerdem soll er mit der Jugendgerichtshilfe sein Verhalten aufarbeiten. K.G.

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