Berlin : AUS DEM GERICHT

Zehn Männer wegen Zuhälterei

auf Straßenstrich angeklagt



Die Rotlichtfahnder waren mit einem Großaufgebot angerückt: Rund sechs Monate nach einem Schlag gegen eine Gruppe von Zuhältern vom Straßenstrich in Schöneberg sitzen seit gestern zehn Männer vor Gericht. Jahrelang sollen sie im Bereich Kurfürsten-/Einemstraße Prostituierte ausgebeutet haben. 15 Frauen mussten laut Anklage zwischen 2002 und 2006 nach einem „engmaschigen Überwachungs- und Sanktionssystem“ anschaffen gehen. Die mutmaßlichen Zuhälter hätten fast die gesamten Einnahmen kassiert.

Die führende Rolle spielte den Ermittlungen zufolge der 39-jährige Vedat C., der seit September 2003 eine Gefängnisstrafe wegen Drogenhandels verbüßt. Er soll zum Teil als Freigänger die Fäden von einer bordellartigen Pension in der Fuggerstraße aus gezogen haben. C. soll Stellvertreter und so genannte Wirtschafter eingesetzt worden. Der „Wirtschafter“ sei für den „organisatorischen Ablauf“ der Pension verantwortlich gewesen. Es war laut Anklage auch seine Aufgabe, für „Verfehlungen der Prostituierten Strafen zu verhängen“. Es gab Stand- und Strafgelder, festgelegte Arbeitszeiten, ständige Kontrollen. Den Frauen sei „jede freie Selbstbestimmung“ genommen worden. Auch um Menschenhandel geht es. Einer der Angeklagten soll eine Frau für 3500 Euro einem Mitangeklagten überlassen haben. Sieben der 23 bis 52 Jahre alten Männer legten zu Beginn des Prozesses über ihre Anwälte Geständnisse ab. Der Prozess wird Dienstag fortgesetzt. K. G.

Prozess um tödliches Trinkgelage:

Neuen Freund der Ex attackiert

Mit einem abgebrochenen Flaschenhals schlug der Täter zu: Bei einem Trinkgelage in einer Tempelhofer Wohnung soll Frank H. den neuen Freund seiner früheren Lebensgefährtin tödlich verletzt haben. Das Gesicht des Opfers war zertrümmert, der Hals zerschnitten. Der 45-jährige Angeklagte erklärte gestern, dass er sich an den Abend nicht erinnern könne. Der Prozess um Totschlag wird am Freitag fortgesetzt. K. G.

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