Berlin : AUS DEM GERICHT

Mehrjährige Haftstrafen

für zwei junge Räuber



Die Angeklagten versuchten es zunächst mit unglaublichen Geschichten, ehe sie doch alles zugaben: Ronny K. (23) und Johannes O. (22) hatten einen zehn Jahre älteren Freund überfallen. Im Schlepptau waren sechs weitere Männer aus ihrem Bekanntenkreis. Als sie in der Wohnung des Opfers standen, holte einer der ungebetenen Gäste eine Axt unter der Jacke hervor. Ein anderer Täter versetzte dem Opfer, einem Gartenbauarbeiter, einen Schlag in dem Magen. Sie packten ein, was sie an Elektronik fanden, angeblich um Schulden einzutreiben. „Tut mir wirklich leid, dass es so weit gekommen ist“, entschuldigte sich Johannes O. im Prozess beim Opfer und kündigte an, dass er 500 Euro Schadenersatz zahlen werde. Die erste Rate von 100 Euro übergab sein Verteidiger im Gerichtssaal. Der Attackierte akzeptierte die Entschuldigung und bestätigte, dass die beiden bei dem Überfall am 7. Juli 2006 nicht handgreiflich wurden. Die Angeklagten aus Pankow sind langjährige Freunde, die schon einmal gemeinsam vor Gericht saßen. Jetzt ergingen gegen K. unter Einbeziehung eines früheren Urteils vier Jahre und zwei Monate Haft, gegen O. dreieinhalb Jahre. K. G.

Rückfälliger Betrüger muss

für viereinhalb Jahre ins Gefängnis

Der Betrüger wurde schnell rückfällig: Nur einen Monat nach einer Verurteilung zu einer Bewährungsstrafe plünderte Sebastian K. mit Komplizen erneut fremde Konten. Von Juni 2006 bis Januar 2007 erschlichen sich die Täter rund 56 000 Euro. Die Gelder flossen auf Konten, die der 25-jährige Marzahner unter Vorlage gefälschter Ausweise eröffnet hatte. Er habe bei dem Schwindel mitgemacht, weil er sich wegen seiner Hochzeit verschuldet hatte, erklärte K. gestern vor Gericht. Der gelernte Maler hat nach eigenen Angaben maximal 10 000 Euro für seine Dienste erhalten. Im Geständnis nannte er Namen von Komplizen. Das wirkte sich strafmildernd aus. „Sie waren mit Sicherheit nicht der Haupttäter“, hieß es im Urteil, „aber ohne Sie wäre es auch nicht gegangen.“ Aufgrund der vielen Vorstrafen des Angeklagten, der bereits als Jugendlicher die Justiz beschäftigte, fiel das Urteil deutlich aus: Der Betrüger muss für vier Jahre und sechs Monate ins Gefängnis. K. G.

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