Berlin : AUS DEM GERICHT

Nacktbilder verschickt:

Polizist zu Geldstrafe verurteilt



Der Bundespolizist führte sich wie ein Stalker auf und verschickte statt Rosen anrüchige Fotos: Einer flüchtigen Bekannten sendete der 32-Jährige nach monatelangem SMS-Terror Nacktbilder von sich selbst aufs Handy. „Das war eine dumme Idee“, erklärte der Angeklagte gestern im Amtsgericht Tiergarten. Er habe sich mit der Frau, die er bei einer Bahnfahrt kennen gelernt hatte, verabreden wollen. Dass sie nichts von ihm wollte, habe er nicht gemerkt. 180 unerwünschte Nachrichten speicherte die 38-Jährige ab. Erst als sie eine einstweilige Verfügung erwirkte, gab der Beamte Ruhe. „Dabei hatte ich ihm bereits im Zug erklärt, dass ich einen Freund habe“, sagte die Zeugin. Der Polizist aber ließ nicht locker und schickte seiner Angebeteten schließlich Fotos, die ihn oben und später auch unten ohne zeigten. In einem Zivilverfahren hat er bereits ein Schmerzensgeld von 500 Euro akzeptiert. Das rettete ihn nicht vor Strafe: Wegen Verbreitung pornographischer Schriften soll er 3000 Euro Geldstrafe zahlen. K. G.

Serienbetrug mit Handys:

Prozessauftakt gegen 29-Jährigen

Der Serien-Betrüger hatte sich auf Handys spezialisiert: Mate L. heuerte leichtgläubige Komplizen an, die mit gestohlenen Ausweisen Mobilfunkverträge abschlossen. Die ergaunerten Handys und SIM-Karten verhökerte er. „Ich bestritt damit meinen Lebensunterhalt“, gestand der 29-Jährige. Mit den Handys wurde jeweils bis zur Sperre telefoniert. Insgesamt entstand ein Schaden von rund 280 000 Euro. Der Prozess wird am Freitag fortgesetzt. K. G.

Schuldeneintreiber zu neun Monaten Gefängnis verurteilt

Der Automechaniker erhoffte sich satte Prozente und zog als Schuldeneintreiber los: Der 26-jährige Marc B. gab sich laut Anklage als Mitarbeiter des umstrittenen Inkassounternehmens „Team Moskau“ aus und drohte mit Gewalt, als er im Büro einer Baufirma die Zahlung von 50 000 Euro forderte. Der vorbestrafte Angeklagte gab zwar zu, dass er für einen befreundeten Malermeister in dem Büro war und über offene Rechnungen sprechen wollte. Drohungen aber bestritt er. Das Gericht glaubte den Zeugen und verhängte neun Monate Gefängnis. K. G.

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