Berlin : AUS DEM GERICHT

Messer in den Kopf gerammt: Schüler fühlte sich beleidigt



Eine kleine Rempelei auf der Oberbaumbrücke in Friedrichshain führte zu einem Angriff, den ein 30-jähriger Fußgänger beinahe nicht überlebt hätte. Der 20-jährige Ferhat G. rammte ihm ein Messer sieben Zentimeter tief in den Kopf. Gestern wies der Schüler den Vorwurf des versuchten Totschlags vehement zurück. Im Streit und nach Handgreiflichkeiten habe er das Messer nur zur „Abschreckung“ gezogen und sei beim erregten Rumfuchteln wohl gegen den Kopf gekommen. Der Angeklagte war am Morgen des 6. März mit einem Brötchen in der Hand auf dem Weg zur Schule. Die Begleiterin des späteren Opfers habe ihn in den Hintern gekniffen, behauptete der Angeklagte. Als er dann beleidigt und von dem Mann auch noch geschlagen wurde, habe er sich angegriffen und in seiner Ehre verletzt gefühlt. Der Prozess wird am Freitag fortgesetzt. K. G.

Tödliche Schüsse auf Geldboten:

Richter verkünden heute das Urteil

Zehn Monate nach dem tödlichen Kugelhagel auf einen Geldboten vor einer Postbankfiliale in Reinickendorf wird heute das Urteil gegen die drei Täter verkündet. Die Staatsanwaltschaft hatte gegen die 53- bis 56-Jährigen jeweils lebenslange Haftstrafen wegen Mordes gefordert. Die Verteidigung dagegen plädierte gestern auf Verurteilungen wegen Körperverletzung mit Todesfolge und Raubes. Das Verbrechen müsse zwar mit hohen Strafen geahndet werden, sagte einer der Anwälte. Die Schüsse seien aber in Panik und lediglich „zur Rettung der eigenen Haut“ gefallen. Die drei Räuber hätten nicht damit gerechnet, dass der Geldbote schießen würde. Der 53-jährige Wachmann wurde von fünf Kugeln aus einem Sturmgewehr getroffen und starb noch am Tatort. Die Täter konnten zunächst mit dem Geldkoffer fliehen. K. G.

Internationaler Drogenhandel:

Fünf Angeklagte schwiegen

Fünf mutmaßliche Mitglieder einer internationalen Rauschgiftbande reagierten gestern schweigend auf die Vorwürfe. Die drei Männer und zwei Frauen im Alter von 23 bis 46 Jahren sollen in einen Handel mit mehr als sechs Kilogramm Heroin verstrickt gewesen sein. Fast sämtliche Drogen konnten sichergestellt werden. Ein mutmaßlicher Komplize der Angeklagten wurde im Herbst in Hamburg zu sieben Jahren und neun Monaten Haft verurteilt. Das Verfahren gegen die aus Hannover und Bremen stammenden Angeklagten wurde nach Angaben eines Verteidigers durch umfangreiche Ermittlungen gegen Mahmoud Al-Z., bekannt als der „Präsident“, ins Rollen gebracht. Er war im März wegen Drogengeschäften zu rund vier Jahren verurteilt worden. K. G.

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