Berlin : AUS DEM GERICHT

Passanten lebensgefährlich verletzt:

Drei Schüler gestehen im Prozess



Die 16- und 17-jährigen Schüler fielen über einen ihnen unbekannten Passanten her: Nach dem Messerangriff in Charlottenburg sollen sich die drei Jugendlichen gestern vor dem Landgericht weitgehend geständig gezeigt haben. Den Ermittlungen zufolge hatten sie einen 26-jährigen Mann geschlagen und getreten, weil er ihnen seine Wertsachen nicht herausgeben wollte. Der Hauptangeklagte ihm dann ein Messer in den Rücken gerammt und ihn lebensgefährlich verletzt haben. Der Prozess läuft aus Jugendschutzgründen unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Einem 16-jährigen Angeklagten wird versuchter Mord vorgeworfen, den beiden anderen schwerer Raub. Den Ermittlungen zufolge war an dem Überfall am Abend des 8. Dezember auch ein strafunmündiges Kind beteiligt. Die Verhandlung wird am Freitag fortgesetzt. K. G.

47-Jähriger bestreitet Lustmord

an seinem Sex-Partner

Mit einem Steakmesser stach der ehemalige Wachmann zu und tötete seinen 41-jährigen Sex-Partner. Das gab der 47-jährige Lichtenberger gestern zu. Einen Mord zur Befriedigung des Geschlechtstriebes, von dem die Anklage ausgeht, bestritt Matthias S. jedoch. Der sechsfache Vater will das Messer ursprünglich für sich selbst bereitgelegt haben, hieß es nach seiner nicht öffentlichen Aussage. S. hatte nach dem tödlichen Stich in den Oberkörper am Abend des 20. April selbst die Feuerwehr alarmiert. Bei seiner Festnahme soll er dann gestammelt haben: „Er wollte, dass ich ihn töte.“ Das Opfer, ein geistig behinderter Mann aus Westend, soll S. bereits vor dem Treffen mehrere SMS mit Texten wie „Wann tötest du mich?“ geschickt haben. Diese Botschaften will S. aber nicht ernst genommen haben, sagte der Staatsanwalt. Der Prozess wird am Freitag fortgesetzt. K. G.

Stiefvater wegen Missbrauchs

zu Gefängnis verurteilt

Der Stiefvater bettelte um Haftverschonung, die Richter aber verhängten eine deutliche Strafe: Wegen Missbrauchs seiner Stieftochter wurde der 42-jährige Ingo H. gestern zu sechs Jahren und sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Die sexuellen Übergriffe des Lichtenbergers begannen, als seine Stieftochter elf Jahre alt war. Er soll ihr regelrecht verschiedene Sexualpraktiken antrainiert haben. Aus Angst vor seinen Drohungen habe das Opfer jahrelang geschwiegen. Als 16-Jährige erstattete sie eine erste Anzeigte, die sie auf Druck ihrer Familie aber zurückgezogen haben soll. Jahre später ging die inzwischen 26-Jährige dann erneut zur Polizei. K. G.

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