Berlin : AUS DEM GERICHT

Navi weg: Yvonne Catterfeld

als Zeugin vor Gericht



Es war eine Premiere ohne roten Teppich und Blitzlichtgewitter: Sängerin und Schauspielerin Yvonne Catterfeld hatte gestern im Kriminalgericht ihren ersten Auftritt in einem echten Strafprozess. Im hellen Strickmantel saß die 28-Jährige als Zeugin vor den Richtern und berichtete, wie sie an einem Nachmittag im Mai 2007 in ihren Audi A 3 stieg und in ein „schwarzes Loch mit Kabeln“ sah. Navigationsgerät und Autoradio fehlten. Außerdem war eine Tasche mit Digitalkamera und Kassetten verschwunden. Drei Männer aus Polen müssen sich als mutmaßliche Mitglieder einer Bande verantworten, die im großen Stil Navis gestohlen haben sollen. Im Fall 30 der Anklage geht es um das Fahrzeug von Yvonne Catterfeld, das in Mitte aufgebrochen wurde. Der Fall 48 betrifft einen weiteren Prominenten: Den Audi A 4 von Ex-Außenminister Joschka Fischer erwischte es in Grunewald. Die Täter hatten es auf das hochwertige Navigationsgerät und die Airbags abgesehen. 32 Minuten lang beantwortete Yvonne Catterfeld die Fragen und stieg dann wieder in ihren Audi. K. G.

Estrel-Hotel: Kellner sollen

in die eigene Tasche kassiert haben

Im Neuköllner Hotel Estrel machten offenbar mehrere Kellner gemeinsame Sache und betrogen ihren Arbeitgeber nach Strich und Faden. Sie sollen das Kassensystem manipuliert und fast eineinhalb Jahre lang Bestellungen in die eigene Tasche abgerechnet haben. Zwei der mutmaßlichen Täter verweigerten gestern die Aussage. Die Anklage geht davon aus, dass dem Hotel ein Schaden von rund 45 700 Euro entstanden ist. Neben den 34 und 42 Jahre alten Angeklagten seien sechs weitere Kellner an dem Schwindel beteiligt gewesen. Es sei jeweils nur ein Teil der Tageseinnahmen in der Kasse verbucht und abgerechnet worden. Die Verhandlung wird am 18. November fortgesetzt. K. G.

Schule am Abgrund: Ein Loch

von 300 000 Euro in der Kasse

Mit dem Besitzerwechsel kamen stürmische Zeiten auf die Spandauer Privatschule zu: Georgije K. soll als Geschäftsführer der Cambridge International School erhebliche Summen veruntreut haben. Rund 300 000 Euro seien auf das Konto einer von ihm beherrschten Gesellschaft geflossen, hieß es in der Anklage. Die Eltern, die jährlich zwischen 10 500 und 13 350 Euro Schulgeld zahlten, waren völlig überrascht, als K. 2006 Eigentümer des Instituts wurde. Seine Zeit als Geschäftsführer aber dauerte keine fünf Monate. Als Angeklagter ging der 64-Jährige zum Angriff über. Nicht alle Eltern hätten pünktlich gezahlt, monierte er. Zudem sei er mit alten Rechnungen und Mobbing konfrontiert worden. Er habe sich „mit gutem Gewissen“ zum Verkauf entschlossen. Die Käuferin stellte zwei Wochen später einen Insolvenzantrag. Die Schule konnte später aber gerettet werden. Der Prozess geht am 14. November weiter. K. G.

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