Berlin : AUS DEM GERICHT

Rechter Schläger gesteht:

„Ich habe sinnlos zugetreten“



Der Haupttäter trug Springerstiefel und lauerte mit zwei Komplizen auf den Mann aus Ghana. „Ich habe dann sinnlos auf ihn eingetreten“, gestand René B. vier Monate nach dem rassistischen Überfall in einem Wohnheim in Pankow. Der 23-Jährige schob es auf einen erheblichen Alkoholkonsum: „Da habe ich Hass entwickelt, war ausländerfeindlich.“ Mit zwei 22 und 42 Jahre alten Komplizen war er über das 46 Jahre alte Opfer hergefallen. „Wir wollten ihn dann die Feuerleiter herunterwerfen, aber er hielt sich fest“, sagte der kahl geschorene René B. Kurz nach seiner Festnahme hatte er erklärt: „Ich trat und schlug ihn, weil er dunkelhäutig ist.“ Der Ghanaer erlitt mehrere Rippenbrüche sowie Prellungen am ganzen Körper. „Die wollten mich umbringen“, sagte der Zeuge. Bis heute habe er Angst vor den Männern, die ihn laut Anklage auch rassistisch beschimpft hatten. Der Prozess wird Freitag fortgesetzt. K. G.

Letzte Runde: Tunnelgangster

steht ab Freitag vor Gericht

Mehr als 13 Jahre nach dem spektakulären Bankraub von Zehlendorf, bei dem die Täter mit einer Millionen-Beute durch einen selbst gegrabenen Tunnel flüchten konnten, beschäftigt der Fall ab heutigen Freitag erneut das Landgericht. Es geht um den 33-jährigen Ali I., der im Juni in Schweden festgenommen wurde. Der gebürtige Libanese soll einer der Gangster gewesen sein, die am 27. Juli 1995 eine Filiale der Commerzbank überfielen. Die Täter hatten sich mit 16 Geiseln in der Bank verschanzt. Sie erpressten ein Lösegeld von 5,6 Millionen Mark und brachen die Kundenschließfächer im Keller auf. Ali I. konnte sich in den Libanon absetzen, wurde aber festgenommen und zu drei Jahren Haft verurteilt. Diese Strafe aber genügt der deutschen Justiz nicht. Fünf weitere Tunnelgangster, darunter sein Bruder, hatten 1996 Haftstrafen von sechs bis 13 Jahren bekommen. K. G.

18 Jahre nach Vergewaltigung:

DNA-Analyse führte auf die Spur

Fast 18 Jahre nach einem Überfall in ihrer Wohnung saß gestern eine 65-jährige Frau als Zeugin vor Gericht. Ein Mann hatte sie im Januar 1991 verfolgt. Er griff sie von hinten an, hielt ihr Mund und Nase zu, vergewaltigte sie. Jahrelang gab es keinerlei Hinweise auf den Täter. Bis das Spurenmaterial erneut untersucht und der Abgleich mit der DNA-Kartei zu Lutz B. führte. Der 45-jährige Tischler ist einschlägig vorbestraft. Zuletzt wurde er 2004 zu siebeneinhalb Jahren Haft verurteilt. Zudem ordnete das Gericht seine Unterbringung in der Psychiatrie an, weil B. an einer Persönlichkeitsstörung leide. Auch damals hatten DNA-Analysen das Verfahren gegen B. ins Rollen gebracht. Der Prozess geht Dienstag weiter. K. G.

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