Berlin : AUS DEM GERICHT

Freispruch im Prozess

um Flucht eines Häftlings

Im Prozess um die Flucht eines Intensivtäters aus der Justizvollzugsanstalt Charlottenburg hat das Amtsgericht Tiergarten am Donnerstag einen 20-Jährigen vom Vorwurf der Gefangenenbefreiung freigesprochen. Der Angeklagte hatte im Oktober 2007 den zu drei Jahren Haft verurteilten Firat I. besucht. Als er zur Toilette ging, ließ er seine Besuchermarke auf dem Tisch liegen. Sein inhaftierter Freund griff zu und spazierte unbehelligt aus dem Gefängnis. Vier Tage später wurde er in einem Bordell gefasst. Im Prozess gegen seinen Freund sagte der 23-jährige Firat I. nun als Zeuge, er sei spontan auf die Idee gekommen, die Marke zur Flucht zu nutzen. Eine Absprache habe es nicht gegeben. Die Beamten hätten Fehler gemacht. Wegen des Vorfalls war Justizsenatorin Gisela von der Aue (SPD) in die Kritik geraten. Es war von Sicherheitsmängeln im Justizvollzug die Rede. K. G.

Sechseinhalb Jahre Haft

wegen Installation einer Sprengfalle

Wegen versuchten Mordes und versuchter Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion ist am Donnerstag ein 36-jähriger Mann vor dem Landgericht zu sechseinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Außerdem wurde die Unterbringung des arbeitslosen Binnenschiffers in der Psychiatrie angeordnet. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Mann im Juli vorigen Jahres in seiner Wohnung in Prenzlauer Berg an der Gasleitung manipuliert und eine „hochgefährliche Sprengstofffalle“ installiert hatte, weil ihm die Zwangsräumung drohte. Verletzt wurde jedoch niemand, weil die Zündung ausblieb. Nachbarn hatten Gasgeruch bemerkt und die Feuerwehr alarmiert. Am gleichen Tag hatte der Mann noch einen Mieter im Haus mit einem Hackebeil attackiert und ihn leicht an der Hand verletzt. Anschließend war der Angeklagte nach Hamburg geflüchtet, wo er fünf Tage später festgenommen wurde. ddp

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