Berlin : AUS DEM GERICHT

Hunderte Telefonanrufe

und ständige Morddrohungen

Das Telefon klingelte Tag und Nacht, ständig soll es Todesdrohungen gegeben haben. „Es war ein Alptraum. Der Mann hat mich gequält und kaputt gemacht“, sagte die 27-jährige Zeugin am Dienstag im Prozess gegen den mutmaßlichen Stalker Marek F. Er war zwei Jahre mit der Altenpflegerin aus Charlottenburg liiert. Als sie sich trennte, soll der Terror begonnen haben. Sie beschrieb den 24-jährigen Angeklagten als extrem eifersüchtig. Wochenlang ließ er seine ehemalige Lebensgefährtin laut Anklage nicht in Ruhe. „Es waren jeden Tag 40, 50 oder 100 Anrufe“, sagte die Frau. Er habe gedroht: „Du lebst nicht mehr lange. Ich habe eine Pistole.“ Zuvor habe er sie bei einem Wochenendausflug vor den Augen ihres sechsjährigen Sohnes mit einer Axt bedroht. Einmal sei er gewaltsam in ihre Wohnung eingedrungen. „Das war alles Rache. Der Mann soll mich endlich in Ruhe lassen“, sagte die Zeugin unter Tränen. Marek F. ist wegen Gewaltdelikten vorbestraft und sitzt seit Juni in Haft. Kopfschüttelnd reagierte er auf die Vorwürfe seiner Ex-Partnerin. „Sie macht aus einer Mücke einen Elefanten“, meinte er. Die vielen Anrufe habe es „mit Sicherheit nicht gegeben“. Als er nach der Trennung bei ihr auftauchte, habe er lediglich Unterlagen abholen wollen. Der Prozess geht Dienstag weiter. K. G.

Prozess um Messerangriff

nach Streit um Nichtigkeiten

Warum er niedergestochen wurde, kann sich der Zeuge nicht erklären. „Plötzlich kam eine dunkle Gestalt auf mich zu“, erklärte er gestern im Prozess gegen zwei Cousins. Die 20 und 24 Jahre alten Angeklagten sollen den körperbehinderten Zeugen grundlos angegriffen haben. Der 29-jährige Bürokaufmann wurde im September 2006 in Staaken durch Schläge und Messerstiche lebensgefährlich verletzt. Er war damals mit zwei Freunden unterwegs. Die mutmaßlichen Täter müssen sich wegen versuchten Totschlags verantworten. Zu Beginn des Prozesses verweigerten sie die Aussage. K. G.

Schießerei nach Streit unter

arabischen Großfamilien

Streitereien unter den benachbarten arabischen Großfamilien gab es wohl seit Jahren. Im letzten September aber floss Blut: Der 46-jährige Mohamed A. soll nach einem Streit um gegenseitige Beschimpfungen auf der Pohlstraße in Tiergarten eine Pistole aus dem Keller geholt und mindestens drei Schüsse abgefeuert haben. Eine Hausfrau und zwei Männer wurden jeweils am Bein verletzt. Der Angeklagte schwieg zu Beginn des Prozesses. Sein Verteidiger sagte, A. habe sich angegriffen gefühlt und verteidigen wollen. Er sei „explodiert“. Der Prozess wird am Dienstag fortgesetzt. K. G.

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