Berlin : AUS DEM GERICHT

Döner-Wirt erschossen:

Täter zu zwölf Jahren Haft verurteilt

Als Mirsad M. die Waffe zog, stand er nur zwei Meter vom Döner-Wirt entfernt. Die Tat sei „vergleichbar mit einer Hinrichtung“, hieß es am Donnerstag bei der Urteilsverkündung. Wegen Totschlags wurde der 42-jährige M. zu zwölf Jahren Gefängnis verurteilt. Er hatte die Schüsse auf den 45-jährigen Döner-Wirt in dessen Imbiss „Grillhaus Rehberge“ in Wedding gestanden. Müslüm B., Vater von sieben Kindern, erlag noch am Tatort seinen Verletzungen.

Der Täter hatte 500 Euro vom Wirt verlangt. Als Müslüm B. nicht zahlte, habe der Angeklagte „aus Wut und Verärgerung eine Waffe gezogen und geschossen“, sagte der Vorsitzende Richter. „Ich mach’ dich kaputt, wenn du nicht zahlst, ich gebe dir eine Kugel“, will Mirsad M. nach viel Wodka angekündigt haben. Damit sei der Wirt nicht mehr arglos gewesen, befand das Gericht. Deshalb sei die Tat kein Mord gewesen, sondern Totschlag, letztlich eine Spontantat.

Umstritten blieb im Prozess, warum M. Geld verlangt hatte. Die Richter sahen schließlich „starke Verdachtsgründe dafür, dass ein Waffengeschäft vollzogen werden sollte“. M. war am 8. April 2008 mit einem Begleiter aus den Niederlanden nach Berlin gereist – mit zwei Maschinenpistolen im Auto. Aus Sicht der Verteidigung war das Geschäft geplant und platzte zum Ärger von M. Der Ankläger dagegen ging davon aus, dass M. einem Sohn des Wirtes Waffen angeboten hatte, Sohn und Vater einen Kauf aber strikt abgelehnt hatten. Hinweise auf eine Verstrickung der Familie in Waffengeschäfte gebe es nicht. K. G.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben