Berlin : AUS DEM GERICHT

Ex-IGB-Chef Schoeps verteidigt sich

im Bankenprozess

Mit der Befragung des Ex-Geschäftsführers der Immobiliendienstleistungstochter IBG der früheren Bankgesellschaft wurde am Donnerstag der Untreueprozess gegen Ex-Berlin-Hyp-Vorstand Klaus Landowsky und andere Ex-Banker fortgesetzt. Wie Schoeps erklärte, seien die von der IBG aufgelegten Fonds unverändert rentabel. Das gelte auch für die Fonds LBB 12 und IBV Deutschland 1, bei denen die Staatsanwaltschaft von hohen Verlusten für die IBG infolge der gewährten langjährigen Mietausfallgarantien ausgeht. Die Teilinstitute der Bankgesellschaft hätten mit der Finanzierung der Immobilienankäufe, der Zwischenfinanzierung der Fonds sowie der über Lebensversicherungen abgesicherten Kapitalbeschaffung für die Fondszeichner hohe Gewinnmargen erzielt. Dem stehe ein bislang aufgelaufener Aufwand aus den Mietausfallgarantien in Höhe von lediglich fünf Prozent der Investitionssumme gegenüber. Zur damalige Schieflage der Bankgesellschaft hätten neben Kreditausfällen aus dem normalen Bankgeschäft vor allem extrem hohe Verluste aus Fehlspekulationen der Investmentsparte in Dublin beigetragen. Die Investmentbanker seien dabei zeitweise Kreditrisiken von bis zu neun Milliarden Mark eingegangen. Das sei nur möglich gewesen,weil die auch mit prominenten Politikern aus CDU und SPD besetzten Landesbank- und Bankgesellschaftsgremien das Eingehen so hoher Risiken abgesegnet hätten. ebs

Polizisten niedergestochen: 31-Jähriger schwieg vor Gericht

Nach einer lebensgefährlichen Messerattacke auf einen Polizeikommissar muss sich ein 31-jähriger, offenbar psychisch kranker Mann aus Charlottenburg seit gestern vor dem Berliner Landgericht verantworten. Erkan Ö. hatte laut Anklage auf einen 43-jährigen Beamten eingestochen, als dieser mit Kollegen die Wohnung stürmte. Weil es bei dem Einsatz um einen einfachen Diebstahl ging und Ö. nicht vorbestraft sei, habe er keine Schutzweste angelegt, sagte der Beamte vor Gericht. Er ist bis heute dienstunfähig. Der Beschuldigte schwieg zum Vorwurf des versuchten Totschlags. Seine Verteidigerin erklärte: „Er hat die Personen nicht als Polizisten erkannt und hatte Todesangst.“ Ö. leide an Schizophrenie. Die Staatsanwaltschaft strebt deshalb die dauerhafte Unterbringung in der geschlossenen Psychiatrie an. Der Prozess wird am Donnerstag fortgesetzt. K.G.

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