Berlin : AUS DEM GERICHT

Getötetes Baby: Mutter legt

Geständnis ab

Das Kind sei „ungelegen“ gekommen, ließ Carmen B. gestern über ihren Anwalt erklären. Sie ist die Mutter des toten Babys, das im März in einem Wilmersdorfer Altkleidercontainer gefunden wurde. Die 42-jährige Frau hatte den namenlos gebliebenen Jungen ohne fremde Hilfe zur Welt gebracht und zunächst im Keller versteckt. So hatte sie es bereits 1998 mit ihrem siebten Kind in Weißensee getan. Das Mädchen wurde nach zwei Tagen halb verhungert entdeckt und gerettet. Ihrem achten Kind hielt Carmen B. Mund und Nase zu, gestand sie vor Gericht. Als sie damals auf der Anklagebank saß, wollten die Richter ihren Kindern nicht die Mutter nehmen. Carmen B. kam mit zwei Jahren Haft auf Bewährung davon. Die drei Kinder, die damals noch bei ihr lebten, kamen 2002 wegen Vernachlässigung ins Heim. Vor ihrem Freund hielt sie die Schwangerschaft geheim. Es habe in der Beziehung zum Vater des Kindes extreme Probleme gegeben, erklärte sie nun. Der Prozess wegen Totschlags geht Mittwoch weiter. K. G.

Eigene Praxis gesprengt:

Arzt zu Gefängnisstrafe verurteilt

Der 60-jährige Kieferchirurg, der in seiner Praxis im „Forum Zehlendorf“ eine Explosion mit Millionenschaden verursacht hatte, wurde am Freitag zu drei Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt. Der promovierte Zahnarzt hatte nach seinem Geständnis in der Nacht zum 27. Juni dieses Jahres 50 Liter Benzin vergossen, um „die Praxis und mich selbst auszulöschen“. Hintergrund war die bevorstehende Aufgabe seiner Praxis. Die Tat sei „Ausdruck einer verzweifelten Wut“, hieß es im Urteil. K. G.

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