Berlin : AUS DEM GERICHT

56-Jähriger verzockte beim Pokern Botschaftsgelder

Mit der Bankkarte der Deutschen Botschaft im niederländischen Den Haag beglich Amtsinspektor Roland K. seine Spielschulden: Der damalige Leiter der Zahlstelle der Residenz zweigte 19 Monate lang Gelder für sich ab. Knapp eine halbe Million Euro soll der Beamte veruntreut haben. „Ich schäme mich“, sagte der 56-Jährige gestern vor dem Landgericht. „Ich bin in eine Schraube geraten, die einfach kein Ende nehmen wollte.“

Seine Spielleidenschaft brach nach einem spontanen Casino-Besuch aus: „Ich pokerte am Automaten, gewann 10 000 Euro.“ Er hoffte weiter auf eine Glückssträhne – vergeblich. Insgesamt 628 Mal bediente er sich laut Anklage am Konto der Botschaft. Gewann er, überwies er Gelder zurück. Sein schlechtes Gewissen aber ließ ihm keine Ruhe – bis er sich schließlich selbst anzeigte. Es sei ihm ein Rätsel, dass man ihm nicht vorher auf die Schliche gekommen sei, sagte K., der danach in die Registratur des Auswärtigen Amtes versetzt wurde. Der Prozess geht Dienstag weiter. K.G.

Bandidos-Rocker als Dealer

auf der Anklagebank

Die beiden mutmaßlichen Bosse sollen zum Rockerclub „Bandidos“ gehören: In einem Großverfahren wegen Drogenhandels müssen sich seit gestern neun Männer und sechs Frauen verantworten. Es geht um illegale Geschäfte mit Kokain, Marihuana und Amphetaminen.

In der Kneipe eines 45-jährigen Angeklagten sollen Drogen gelagert und verkauft worden sein. Drahtzieher seien aber zwei 34 und 39 Jahre alte Halbbrüder gewesen. Mohammed M. habe sich die Erlöse aus den Geschäften fast täglich telefonisch durchgeben lassen. Er soll damals in einem Drogentherapiezentrum tätig gewesen sein. Die Halbbrüder sowie neun weitere Verdächtige waren am 14. November verhaftet worden. An diesem Tag hatten etwa 260 Polizeibeamte insgesamt 29 Objekte durchsucht. Bei der Razzia waren 9,5 Kilogramm Amphetamine und 250 Gramm Kokain sichergestellt worden. Der Prozess wird am 19. Mai fortgesetzt. K.G.

Streit vor dem Goya:

Zwei Frauen griffen zum Messer

Nachdem sie aus der Diskothek Goya geflogen waren, kam es zum Streit: Zwei 32 und 25 Jahre alte Frauen stehen jetzt wegen versuchten Mordes vor Gericht. Die Jüngere hatte laut Anklage im August 2008 vor dem Nachtclub „Goya“ in Schöneberg auf einen 21-Jährigen eingestochen, der schlichten wollte. Die Ältere habe ihr das Messer gegeben und gerufen: „Stich ihn ab!“ Kellnerin Banu O. gab den Angriff zu. Der Mann habe sie beleidigt und bespuckt, erklärte die Türkin. Sie sei betrunken gewesen. Das Messer habe ihr die Mitangeklagte gegeben und gedroht: „Wenn du ihn nicht abstichst, steche ich dich ab.“ Firat G. wurde durch sechs Stiche schwer verletzt. Der Prozess geht am 12. Mai weiter. K.G.

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