Berlin : AUS DEM GERICHT

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Haftstrafe für Chauffeur

eines Callgirl-Rings

Als Chauffeur und Telefonist in einem Berliner Callgirlring ist ein 32-jähriger Pole gestern zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und zwei Monaten verurteilt worden. Rafal M. wurde der Zuhälterei und des bandenmäßigen Einschleusens von Ausländern schuldig gesprochen. Er hatte von Mai 2001 bis Januar 2003 Anrufe der Freier entgegengenommen, Zeit, Ort und Preis vereinbart sowie die jungen Frauen aus der Ukraine und Polen zu den Kunden gefahren. In einem Fall hatte er eine der eingeschleusten Frauen an der deutschen Grenze abgeholt und nach Berlin gebracht.

Der Angeklagte war maßgeblich daran beteiligt, dass die Organisation lief, befand das Landgericht. Der geständige M. hatte erklärt, nicht aus „Gewinnstreben“, sondern aus wirtschaftlicher Not gehandelt zu haben. Der mutmaßliche Boss der Haus- und Hotelagentur, der Ukrainer Borys B., war im Mai 2004 zu vier Jahren und neun Monaten Gefängnis verurteilt worden. Das Verfahren gegen B. hatte für Aufsehen gesorgt, weil bei den Ermittlungen auch TV-Moderator Michel Friedman in die Schlagzeilen geraten war. Eine Ukrainerin, die für Borys B. arbeiten musste, hatte ausgesagt, Friedman habe bei einem ihrer Besuche Drogen konsumiert. K. G.

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