Berlin : AUS DEM GERICHT

Kind überfahren – Prozess begann



Acht Monate nach dem Verkehrstod eines sechsjährigen Jungen an einer Ampel in Charlottenburg wurde der Fall gestern vor dem Amtsgericht Tiergarten aufgerollt. Die Anklage wirft dem 52-jährigen Unfallfahrer vor, sich nicht auf ein etwaiges Fehlverhalten des Kindes eingestellt zu haben. Der Junge war plötzlich bei roter Ampel auf die Kantstraße gelaufen und vom Renault des Angeklagten erfasst worden. Der Sechsjährige starb wenig später in einer Klinik an seinen schweren Verletzungen. Es tue ihm sehr leid, erklärte der Mann aus Charlottenburg im Prozess um fahrlässige Tötung. Im fließenden Verkehr habe er das Kind nicht gesehen. Sein Verteidiger gab zu bedenken, dass die Sicht stark eingeschränkt gewesen sein könnte. Die Frage will das Gericht durch einen Sachverständigen klären lassen, Zeugen dazu befragen. K.G.

Tötungsversuch: Freispruch für Enkel

Eine 41-jährige Frau wurde am Dienstag vom Landgericht vom Vorwurf des versuchten Totschlags an ihrer sterbenskranken Großmutter freigesprochen. Dem Gericht zufolge war der Enkelin nicht nachzuweisen, dass sie der 91-Jährigen im August 2006 eine Insulinspritze verabreichen wollte, um den Sterbevorgang zu beschleunigen. Als die Krankenschwester ins Zimmer kam, hatte die Angeklagte mit einen aufgezogen Spritze in der Hand am Bett gesessen. Dem Urteil zufolge war nicht auszuschließen, dass die Angeklagte es nicht „übers Herz brachte“, ihrer Großmutter die Spritze zu setzen und damit freiwillig vom Tötungsversuch zurücktrat. Die 91-Jährige habe bei jeder Berührung „gezuckt“. „Eine Spitze hätte ihr weh getan“, hatte die Angeklagte erklärt. Ihre Oma war noch am selben Tag eines natürlichen Todes gestorben. ddp

» Mehr lesen? Jetzt kostenfrei E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben