Berlin : AUS DEM GERICHT

Zwei 16-jährige Mädchen

nach Messerattacke vor Gericht

Sieben Monate nach einer Messerattacke auf eine 15-jährige Schülerin in Steglitz müssen sich seit gestern zwei 16-jährige Mädchen vor einer Jugendstrafkammer des Landgerichts verantworten. Die Staatsanwaltschaft geht bei der Tat von einem versuchten Totschlag aus. Nach einem nächtlichen Streit auf der Schlossstraße soll eine der Angeklagten ohne einen erkennbaren Grund auf das Opfer eingestochen haben. Die Tatwaffe, ein Messer soll ihr das mitbeschuldigte Mädchen kurz zuvor gegeben haben. Die 15-Jährige erlitt bei der Tat Schnittwunden sowohl am Oberkörper als auch am Arm . Das Opfer war in jener Nacht Ende November letzten Jahres mit einigen Freundinnen und einem Freund unterwegs, als es an einer Bushaltestelle zu einem Streit mit einer anderen Mädchengruppe kam. Eine der Angeklagten wurde wenige Tag nach dem Angriff in einer Einrichtung für betreutes Wohnen in Tempelhof festgenommen, ihre mutmaßliche Komplizin sechs Wochen später in Schöneberg. Da die beiden Mädchen noch minderjährig sind, läuft der Prozess gegen sie unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Eine von ihnen soll sich zu Beginn der Verhandlung geständig geäußert haben. K. G.

Stief-Urgroßvater wegen Missbrauchs zu Haftstrafe verurteilt

Wegen sexuellen Missbrauchs seiner Stief-Urenkelin ist ein früherer Heimleiter gestern zu einer Gefängnisstrafe von fünf Jahren und drei Monaten verurteilt worden. Nach Überzeugung der Richter hatte sich der 60-Jährige aus Spandau zwischen April 2001 und März 2004 in 78 Fällen an dem Mädchen vergangen. Die Übergriffe hätten begonnen, als die Urenkelin zehn Jahre alt war. Der Angeklagte hatte die Vorwürfe bestritten. Der Stief-Urgroßvater sei für das Kind die wichtigste Bezugsperson und zudem ein Mann mit großer Autorität gewesen, führten die Richter in ihrem Urteil aus. Er habe dem Mädchen außerdem Geschenke gemacht, die sich ihre in einem Pflegeheim beschäftigte Mutter nicht leisten konnte. Zu den Übergriffen auf das Mädchen sei es auf dem Dachboden eines damals von der Familie gemeinsam bewohnten Hauses im bayerischen Ansbach gekommen. Die heute 17-Jährige hatte sich vor drei Jahren ihrer Mutter anvertraut. K. G.

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