Berlin : AUS DEM GERICHT

Mord im Café: Angeklagter

bestreitet Vorwürfe

Der Streit mit einer Tresenkraft endete tödlich: Samir L. soll in einem Weddinger Café auf einen anderen Gast geschossen haben, als sich dieser in die Auseinandersetzung einschalten wollte. Das 34-jährige Opfer, ein Mann aus Serbien-Montenegro, wurde von zwei Kugeln getroffen. Vor dem Landgericht bestätigte der 34-jährige Bosnier gestern zwar den Disput mit der Frau, der er Geld schuldete. „Ich weiß aber nicht, wer schoss und was passierte“, beteuerte der wegen Mordes angeklagte Mann. Mit einem Autounfall fing alles an. L. hatte mit dem Wagen, für den die Tresenkraft die Versicherung abgeschlossen hatte, einen Blechschaden in Höhe von rund von 1500 Euro verursacht. Die Frau habe ihm über Bekannte ausrichten lassen, dass sie 500 Euro für einen bevorstehenden Urlaub benötige, erklärte der Angeklagte. Deshalb sei er am 28. Juni letzten Jahres ins Café gefahren, um über Ratenzahlung zu reden. Die Frau habe das mit einem Lächeln aufgenommen, das aus seiner Sicht ein Einverständnis signalisierte. Ein Bekannter der Tresenkraft aber habe ihn am Hemd gepackt. Ein weiterer Mann habe schlichten wollen. In dem Moment seien plötzlich zwei Schüsse gefallen. Seine eigene Pistole will er erst gezückt haben, als ein Kontrahent mit einer Eisenstange auf ihn zukam. Nach Angaben der Frau war L. in Begleitung von fünf Männern ins Lokal gekommen. Der Prozess wird am Donnerstag fortgesetzt. K.G.

Museumschefin Hildebrandt will

mit Berufung Freispruch erzielen

Alexandra Hildebrandt löste mit ihrer Berufung einen neuen Prozess aus: Ein Jahr nach ihrer Verurteilung in erster Instanz prüft seit gestern das Landgericht, ob sich die Chefin des Mauermuseums am Checkpoint Charlie der fahrlässigen Körperverletzung und der Beleidigung schuldig gemacht hat. Hintergrund ist ein Streit mit einem als DDR-Volkspolizist ausstaffierten Schauspieler, der sich für Geld von Touristen fotografieren ließ. Laut Anklage soll Hildebrandt den Mann im Mai 2004 mit dem Fuß am Handgelenk getroffen und beschimpft haben. Das Amtsgericht war davon ausgegangen, dass die Chefin des privaten Museums nicht absichtlich zugetreten hatte. Ziel sei eigentlich ein Teppich gewesen, den der Schauspieler wegnehmen sollte. Daraufhin verhängte der Richter eine Geldstrafe von 750 Euro. Die streitbare Frau aber reagierte empört: „Eine Situation mit einem Fußtritt hat es nie gegeben.“ Sie habe den Mann auch nicht beleidigt. „Das ist insgesamt ein frei erfundener Vorgang.“ K.G.

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