Berlin : AUS DEM GERICHT

Im Gerangel mitgemacht:

Weiterer Mai-Randalierer verurteilt

Als plötzlich Flaschen und Steine Richtung Polizisten flogen, machte der bis dahin völlig unbescholtene Christian G. einfach mit. Nach zweimonatiger Untersuchungshaft sagte der 1.-Mai-Randalierer gestern vor Gericht: „In der Massenhysterie habe ich Sachen genommen, die zu greifen waren.“ Dabei sei er, ein angehender Heilerzieher, nicht leicht reizbar. „Ich kann mir nicht erklären, warum ich Gegenstände geworfen habe“, erklärte der 29-Jährige. Der Kreuzberger war nicht angetrunken, als es am Rande eines Konzerts gegen 22.35 Uhr in der Oranienstraße zu Ausschreitungen aus einer Gruppe von 200 bis 300 Personen kam. „Plötzlich ging ein Gerangel los, Polizisten kamen und schoben Leute nicht gerade sanft beiseite“, sagte der Angeklagte. Er habe Flaschen, einen Stein und möglicherweise auch ein Holzstück geworfen. Ob er traf, konnte nicht festgestellt werden. Sein Verhalten bereue er aufrichtig, sagte G. Das Amtsgericht ging schließlich von einem „kurzzeitigen Ausrutscher“ aus. Wegen schweren Landfriedensbruchs und versuchter gefährlicher Körperverletzung wurde G. zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt. K.G.

Fünf Hertha-Fans müssen

nach Sprühaktion zahlen

Erst besprühten die Hertha-Fans Spruchbänder, dann hinterließen sie ihre Spuren auf zwei Kassenhäuschen vor dem Olympiastadion. Das sei eine „dumme Schnapsidee“ gewesen, beteuerten die fünf Mitglieder der Hertha-Fangruppe „Harlekins“ gestern im Prozess. Aber sie würden die volle Verantwortung für die Tat im April 2006 übernehmen, erklärten die 23- bis 28-Jährigen. Sie haben bereits zur Wiedergutmachung Räume eines Kinderheims renoviert. Auch die 500 Euro für die Reinigung der Container lägen bereit, erklärten sie. Der Prozess endete ohne Urteil: Gegen Zahlung von je 150 Euro an die Justizkasse wurde das Verfahren eingestellt. K.G.

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