Berlin : Aus der Bezirkspolitik nach ganz oben

Katrin Lompscher wird Senatorin für Gesundheit

Lars von Törne

Straßenbahnhaltestellen, marode Gehwege und Brunnen oder eine neue Ikea-Filiale – das waren die Themen, mit denen sich Katrin Lompscher als Lichtenberger Baustadträtin in den vergangenen Jahren beschäftigte. Jetzt steht die PDS-Politikerin vor der wohl größten beruflichen Herausforderung ihres Lebens. Die 44-jährige Ingenieurin soll im Senat das Ressort Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz leiten. Eine Aufgabe, für die sie „erst mal mehrere Runden schwimmen muss“, wie ein früherer Kollege prophezeit: Sie wird sich schnell und tief einarbeiten müssen.

Viele Weggefährten aus Politik und Verwaltung glauben, dass die lebensfroh wirkende Lompscher das Zeug dazu hat. Sie loben sie als kompetente Fachpolitikerin, die Ideen hat und umsetzt und sich schnell in neue Gebiete einarbeiten kann. Auch in anderen Parteien wird sie als kooperativ geschätzt. Eine eigene Handschrift habe sie als Stadträtin jedoch kaum hinterlassen, ist zu hören. Das Gemeinwohl sei der Mutter eines Kindes wichtiger als individuelle Entscheidungen. Lompscher sei ein „Wir-Mensch“, heißt es. Dennoch sei nicht jeder Bauherr problemlos mit ihr zurechtgekommen: Das Bezirksinteresse sei ihr manchmal wichtiger als das der Investoren gewesen.

Politisch engagiert sich Lompscher seit 1990 für die PDS. Als Mitarbeiterin der PDS-Fraktion im Abgeordnetenhaus von 1996 bis 2001 arbeitete sie sehr eng mit Wirtschaftssenator Harald Wolf zusammen. Das gilt als einer der Gründe, weshalb sie in der 21-köpfigen Kommission saß, die die neue Koalition ausgehandelt hat – und weshalb sie jetzt in die Landesregierung aufrücken wird.

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