Berlin : Aus der Mode gekommen Märkisches Museum zeigt

Bakelit- Sammlung

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Es ist ein bisschen wie das Wiedersehen mit einem alten Bekannten, dessen Name einem entfallen war: Bakelit, was war das gleich? Die Antwort ist ab heute im Märkischen Museum zu bekommen: Dort werden bis zum 5. Januar Gebrauchsgegenstände aus dem Kunststoff gezeigt, der einst in Form von Steckdosen, Radios, Telefonen, Kaffeemühlen, Tellern, Spielzeug und Stiften den Haushalt bevölkerte und in den 50erJahren auch wegen seiner unvermeidlich braun-schwarzen Farbe in Westdeutschland ein Image-Problem bekam.

Für die Berliner Modedesignerin Claudia Skoda ist die Ausstellung ein besonderes Déjà-vu, denn die meisten Exponate hat sie selbst gesammelt. Vor 30 Jahren hat sie damit begonnen. „Ich bin durch Knöpfe darauf aufmerksam geworden. Dann habe ich das Material dauernd auf Flohmärkten gesehen und dachte: Mein Gott, ist das Zeug hässlich!“ Eigentlich sei sie keine Sammlerin, aber nach einer Weile „hat es sozusagen auf mich gewartet: Wenn ich beim Trödler eine Kiste sah, wusste ich oft, dass unten Bakelit drin war, obwohl man von oben keines sah.“ Als Claudia Skoda von der weltweiten Verbreitung des Bakelits erfuhr, wurde es ihr zu unübersichtlich; sie widmete sich wieder ganz ihrer Mode. Später schenkte sie ihre Sammlung dem Museum. Sie hat sie nicht vermisst – bis zum Wiedersehen. obs

Märkisches Museum, Am Köllnischen Park 5, dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr.

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