Berlin : Aus der Mode

Am Kurfürstendamm schließen gleich drei alteingesessene Kleidungsgeschäfte

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Am Kurfürstendamm verschwinden drei alteingesessene Modegeschäfte. Seit heute ist das Modehaus Horn geschlossen, das vor rund 60 Jahren am Kurfürstendamm 213 / Ecke Uhlandstraße eröffnet hatte und 1983 von der Modefirma Zenker übernommen worden war. Jetzt soll der Standort unwirtschaftlich geworden sein, weil sich die Miete fast verdoppelt habe. 15 Beschäftigte verlieren ihre Arbeitsplätze.

Auch bei Stottrop for Men am Olivaer Platz läuft der Ausverkauf. Die Filiale schließt im Laufe des Novembers. Nach Auskunft einer Verkäuferin gingen die Umsätze stark zurück; die Firmenleitung war nicht erreichbar. Das benachbarte Damenmodegeschäft von Stottrop an der Ecke Kurfürstendamm und Olivaer Platz bleibt geöffnet. Darüber hinaus hat Stottrop neun weitere Filialen in Berlin.

Das Pelzgeschäft Slupinski am Kurfürstendamm 196 / Ecke Bleibtreustraße startet heute den Ausverkauf, der bis zum 28. November dauert. Das Problem ist nicht der Umsatz. „Unser Mietvertrag läuft nach zehn Jahren aus“, sagt Geschäftsführer Peter Slupinski. Was der Hauseigentümer mit den Räumen vorhabe, sei unklar. Die Pelzhandlung hat ihr Haupthaus in Düsseldorf und ein Geschäft in St. Moritz. Eine Rückkehr nach Berlin schließt Slupinski nicht aus.

Bereits vor einigen Monaten hatte der Herrenausstatter Selbach am Ku’damm geschlossen. Erdmann Moden verließ 1999 das Europa-Center. Aber nicht alle traditionsreichen Modehäuser haben Probleme am Ku’damm. „Wir sind dort sehr glücklich“, teilte Mientus mit. „Entgegen dem Trend“ seien auch teure Marken wie Brioni gefragt.

Cornelia Priess von der Arbeitsgemeinschaft City führt die Probleme bei Horn und Stottrop darauf zurück, dass die „Mieten nicht den Umsätzen angepasst werden“. Vom Einzelhandelsverband heißt es, die Krise im Modehandel sei „nicht auf den Kurfürstendamm beschränkt“. Im August hatte das Modekaufhaus Ebbinghaus Insolvenz anmelden müssen. Es ist nicht am Ku’damm vertreten, sondern hat seinen Stammsitz in Steglitz. Der Insolvenzverwalter will 60 der 141 Beschäftigten entlassen und eine der zehn Filialen in Berlin schließen. CD

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