Berlin : Aus der Verantwortung gestohlen

SPD-Fraktionschef Müller ist empört über Gysis Wahlkampf-Ideen

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SPD-Fraktionschef Michael Müller ist „ehrlich empört“ über Gregor Gysi. Und das hat mit dem Wahlkampf und dem Brief zu tun, in dem die PDS-Strategen Gregor Gysi und André Brie dem früheren SPD-Bundesvorsitzenden Oskar Lafontaine eine strategische Zusammenarbeit angeboten haben, einen „linken Aufbruch“. Gysi hätte als Bürgermeister und Wirtschaftssenator im rot-roten Berliner Senat zeigen können, „was linker Aufbruch ist“, aber er habe sich aus der Verantwortung gestohlen, grollt Müller.

Wegen der Flugmeilen-Affäre war Gysi am 31. Juli zurückgetreten und hatte dies lang und breit mit einem Fehler begründet, „den ich mir nicht verzeihen will“. Auch die SPD hatte ihm den Rücktritt auszureden versucht. Jetzt ist sie erst recht sauer auf Gysi. „Für uns ist das Maß voll“, sagt Müller: „Gysi hat offenbar überhaupt kein Glaubwürdigkeitsproblem, da er jetzt im Wahlkampf mitmischen will.“ Nur das Amt sei ihm wohl „zu viel gewesen“. Wer keine Verantwortung tragen wolle, müsse sich zurückziehen.

Für die rot-rote Koalition hat der Gysi/Brie-Vorstoß bei Lafontaine nach Müllers Auffassung „keine Bedeutung“. Die PDS müsse sich allerdings „überlegen, wie sie darauf reagiert“. Deren Landes- und Fraktionschef Stefan Liebich müsse den Spagat zwischen Koalitionstreue und Parteiprofil hinkriegen. Die PDS habe ein Wahlkampfproblem mit der klaren Haltung von Bundeskanzler Schröder in der Irak-Frage. Die SPD brauche aber keine Belehrungen der PDS über einen „linken Aufbruch“. Gru

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