• Aus einer Vogelhandlung in Kreuzberg verbreiteten sich die Erreger, die auch für Menschen gefährlich werden können

Berlin : Aus einer Vogelhandlung in Kreuzberg verbreiteten sich die Erreger, die auch für Menschen gefährlich werden können

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In Berlin sind Fälle der so genannten Papageienkrankheit bekannt geworden. Eine Tierärztin hatte im Januar die Krankheit bei einem ihrer gefiederten Patienten festgestellt. "Ich habe sofort reagiert, nachdem mich die Ärztin informiert hat," sagte gestern Jürgen Bach, der Leiter des Veterinäramtes in Kreuzberg, wo sich auch die Zoohandlung befindet, in der der kranke Vogel gekauft wurde. Aufgrund der Inkubationszeit (die Zeit zwischen Ansteckung und ersten Symptomen) mussten alle Käufer der letzten drei Monate benachrichtigt werden. Ebenso wurden sämtliche Bezirksämter und die Gesundheitsverwaltung informiert, weil die Krankheit auch auf den Menschen übertragbar und deshalb meldepflichtig ist. Die Symptome ähneln beim Menschen einer Grippe bis hin zur Lungenentzündung.

Zur Anzahl der Vogelkäufer sagte der Veterinär nur: "Relativ viele." Die entsprechende Zoohandlung müsse vorerst alle Vögel in Quarantäne halten, bis bei allen Tieren die Krankheit festgestellt oder ausgeschlossen werden kann, sagte Bach.

Auch die Familie Stolz aus Kreuzberg hat ein Schreiben vom ihm erhalten, weil sie für ihren zwölfjährigen Sohn Ende November in der entsprechenden Zoohandlung einen zweiten Wellensittich gekauft hat. "Sie werden daher gebeten, im Umgang mit dem Vogel besonders vorsichtig zu sein", wird ihr darin mitgeteilt. Bei Krankheiten in der Familie solle dies dem Hausarzt mitgeteilt werden. "Sollten sich irgendwelche Krankheitserscheinungen beim Vogel zeigen, bitten wir dem für Ihren Wohnsitz zuständigen Veterinäramt unverzüglich Mitteilung zu machen", lautet die Aufforderung.

"Ich bin ganz schön verunsichert", sagt Anke Stolz. Sie sei mit den Sittichen sofort zum Tierarzt gegangen, der davon ausgegangen sei, dass die Tiere erkrankt seien. Nun warte sie auf den Befund der Untersuchung. Ebenso will die Familie zur Blutabnahme beim Hausarzt. Die gelernte Krankenschwester hat allen drei Familienmitgliedern sogar einen Mundschutz besorgt.

"Das ist nichts Neues. Wie eine Grippewelle kommt die Krankheit alle zwei bis drei Jahre in irgendeinem Bezirk vor", beruhigt dagegen Jürgen Bach. Mensch und Tier könnten mit Antibiotika behandelt werden. Bachs Reaktion entspricht dem normalen Ablauf, sobald solche Erreger irgendwo auftauchen. Denn durch die so genannte Chlamydien-Infektion kann ein Mensch schwer krank werden. Todesfälle, die durchaus vorkommen können, sind der Senatsgesundheitsverwaltung nicht bekannt.

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