Berlin : Aus zwei mach eins

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VON TAG ZU TAG

Andreas Conrad über

die moderne Version des Gladiatoren

„Ave, Cäsar, die Todgeweihten grüßen dich.“ So begann früher – schlag nach bei Asterix – das klassische Unterhaltungsprogramm in der jeweiligen örtlichen Arena. Davon gab es in der Regel nur eine, die alten Römer waren in dieser Hinsicht bescheiden. In Berlin dagegen waren es seit einiger Zeit zwei, aber auch hier ging es angeblich um Leben oder Tod, jedenfalls den ökonomischen. Das mochte glauben, wer wollte. Der historisch Geschulte sah in dem Namensstreit weitaus mehr. Setzte sich hier nicht offensichtlich der Genius loci Berlins durch, zu dem nun mal seit der Stadtgründung die Doppelung gehört? Zwei Teilstädte, anfangs durch eine gemeinsame Stadtmauer verbunden, in späteren Jahrhunderten durch eine Mauer geteilt, in deren Folge es zwei Zoos, zwei Universitäten, zwei Nationalgalerien, zwei, nein, sogar drei Opernhäuser gab … Man könnte fast endlos weiter aufzählen, um die Zwei als die Zahl zu benennen, die dem Charakter der Stadt seit jeher am nächsten kommt. So war das bis gestern, bis zur gerichtlichen Niederlage von Arena II gegen Arena I. Einmal ist genug – man darf der Entscheidung des Landgerichts ohne weiteres historischen Rang zusprechen, bedeutet sie doch für Berlin die Abwendung von der dualen hin zur Monokultur. Ungeklärt ist nun freilich noch immer, was aus dem traditionell in Berlin ausgetragenen ArenaWorldcup der Schwimmer wird. Und auch um Namensvorschläge für die unterlegene Arena wird noch gebeten. Colosseum? Geht nicht. Gibt es leider auch schon.

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